1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Schweres Unwetter: Tennisballgroße Hagelkörner verursachen Millionenschäden

Schweres Unwetter: Tennisballgroße Hagelkörner verursachen Millionenschäden

Ein schweres Unwetter ist am Freitagnachmittag über die Region gezogen. In Veldenz zerschossen tennisballgroße Hagelkörner Autoscheiben und Hausfenster. In Mülheim wurden Hubschrauber bei einem Helikopter-Treffen beschädigt, dabei entstand Millionenschaden. Im Hunsrück schlug ein Blitz in eine Scheune ein und setzte sie in Brand. An der Mosel wurden Dächer abgedeckt, Keller liefen voll. In Koblenz wurde eine Frau von einem Ast erschlagen.

Am Freitagnachmittag kurz nach 15 Uhr zog ein schweres Unwetter mit teilweise tennisballgroßen Hagelkörnern über mehrere Orte an der Mittelmosel.

Verheerend sieht es nach dem Sturm in Veldenz an der Mosel aus. Dort haben tennisballgroße Hagelkörner die Ziegel von rund 80 Prozent der Dächer zertrümmert. Selbst der Putz ist von den Häuserwänden abgeschlagen. Die Feuerwehren sind mit 150 Einsatzkräften im Einsatz, um Dächer und zerschlagene Fenster abzudecken und lose Ziegel vor dem Abrutschen zu sichern. Nahezu alle Autos im Freien sind stark beschädigt. Die Ortschaft wurde am späten Nachmittag komplett für den Verkehr gesperrt, um die Räum- und Sicherungsarbeiten nicht zu behindern. Auch am späten Abend waren dort etliche Feuerwehren und das THW Wittlich im Einsatz.

Wehren, deren Heimatgemeinde nicht oder nur wenig betroffen waren, halfen in ihren Nachbardörfern aus. Aus Trier wurde am Abend eine Drehleiter und der Höhenrettungstrupp für Veldenz angefordert. Das RWE, dessen Leitungen nicht betroffen sind, stellte Notstromaggregate und Steigerwagen für die Aufräumarbeiten zur Verfügung.

Auch in Brauneberg, Bernkastel-Kues, Filzen, Lieser, Mülheim, Kröv, Enkirch und Maring-Noviand hat das Unwetter ähnlich starke Schäden angerichtet. Eine Vielzahl von Fensterscheiben in Wohnhäusern durch Hagel zerstört und komplette Dächer abgedeckt. In Mülheim wurden bei einem Helikoptertreffen 17 der Hubschrauber am Boden in Mitleidenschaft gezogen. Der Schaden geht in die Millionen.

Heftig erwischte es auch eine große Zahl von Autofahrern, deren Fahrzeuge teilweise erheblich beschädigt wurden. Neben Beulen in der Karosserie wurden jede Menge Autoscheiben eingeschlagen, teilweise auch während der Fahrt. Offenbar wurde aber niemand verletzt.

Vom Unwetter stark erwischt worden ist auch Kröv. "Ich bin jetzt 85 Jahre alt, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt", sagt ein Mitglied der Familie Staffelter Hof. Autoscheiben seien zerschlagen, die Weinberge verwüstet.

Winzer Christian Klein ist im Weinberg vom Sturm überrascht worden. "Kröv war im Zentrum des Unwetters", sagt er. Das Ausmaß der furchtbaren Zerstörung sei erst in ein paar Tagen auszumachen. Die Hälfte der Weinernte könnte dahin sein, befürchtet er.

Im Hunsrück hingegen hat das Unwetter nicht viel Schaden angerichtet. In Büdlich in der VG Thalfang hat ein Blitz eine Scheune in Brand gesetzt. In Morbach hat der Sturm Straßen stark verschmutzt, so dass diese unbefahrbar waren. Bei Kommen stürzten Bäume auf die B50, die derzeit als Umleitung für die Baustelle auf der Hunsrückhöhenstraße bei Wenigerath ausgewiesen ist. Auch die K138 bei Büdlicherbrück war wegen umgestürzter Bäume zeitweise gesperrt. Auch die Anschlussstelle bei Thalfang auf der L150 war wegen des Unwetters kaum befahrbar - Schmutz und Schlamm bedeckten die Fahrbahn.

Im Landkreis Trier-Saarburg wurden nur vereinzelt Hagelschäden gemeldet. Auch in der Eifel blieb es weitgehend ruhig.

Weiterer Bericht: Schweres Unwetter wütet über der Mittelmosel
Extra: TV-Zustellung an der Mosel durch Unwetterschäden betroffen


Vom Unwetter ist auch die Zustellung des Trierischen Volksfreunds an der Mosel betroffen. Einige Speditions- und sonstige Zustellerfahrzeuge wurden durch Hagelschäden in Mitleidenschaft gezogen. Daher kann es zu Verzögerungen bei der Zustellung Ihrer Tageszeitung im Bereich Mosel kommen. Wir bitten hierfür um Verständnis.