Schwieriger Nachweis

Das Ganze ist aufwendig, doch in einigen Labors wird eifrig daran gearbeitet: der Nachweis der gefährlichen Variante des Darmkeims Clostridium difficile. Zweimal wurde sie bisher in Deutschland nachgewiesen, beide Male von einem Labor in Trier.

Trier. Die Nachricht, dass in der Region zum zweiten Mal die gefährliche Variante 027 des Darmkeims Clostridium difficile nachgewiesen wurde (der TV berichtete), sorgte gestern bundesweit für Aufregung. Damit sei klar, dass es sich bei den in den vergangenen Wochen aufgetretenen Darminfektionen nicht um Einzelfälle handele, sagte Ernst Kühnen, Leiter des Ärztlichen Labors Trier, dem der Nachweis gelungen war. Bei einer 89-jährigen Patientin im Bitburger Krankenhaus wurden Mitte Oktober entsprechende Keime gefunden. Das ist seit April der zweite bestätigte Fall in Deutschland. Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI), die zehn Tage lang den Verlauf der Erkrankungen in Trier untersuchten, gehen davon aus, dass es noch weitere schwere Fälle und sogar Tote durch den Keim geben wird. Der Nachweis von 027 ist sehr schwierig, daher liegen die Ergebnisse oft erst Monate nach einer Erkrankung vor. Notwendig sei, aus entsprechenden Proben der Patienten das Bakterium zu isolieren und heranzuzüchten, sagt Simon Koerpert von der Mainzer Firma Tgcbiomics, die ein Analyseverfahren entwickelt hat. Gelingt die Anzüchtung des Keims außerhalb des Körpers, erfolgt eine intensive mikrobiologische Untersuchung. Erst wenn verschiedene Merkmale festgestellt wurden, kann sicher gesagt werden, dass es sich um die 027-Variante handelt. Das RKI will alle Daten von Krankenhaus-Patienten in der Region, bei denen schwere Durchfälle festgestellt wurden, unter die Lupe nehmen.