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Seehofer setzt Merkel Ultimatum – Trierer Bischof für gerechte Verteilung der Asylbewerber

Seehofer setzt Merkel Ultimatum – Trierer Bischof für gerechte Verteilung der Asylbewerber

Wegen der Flüchtlingskrise gerät Angela Merkel (CDU) zunehmend unter Druck. CSU-Chef Horst Seehofer setzte der Kanzlerin eine Frist bis Allerheiligen, den ungebremsten Zustrom von Asylbewerbern zu stoppen. Triers Bischof Stephan Ackermann mahnt indes eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge innerhalb der EU an.

Wenn es der CSU-Chef Horst Seehofer ernst meint, hat die CDU-Vorsitzende Angela Merkel noch genau vier Tage Zeit, um das Problem aus der Welt zu schaffen und den bayerischen Löwen zu besänftigen. Bis Allerheiligen werde er noch abwarten, ob die Forderungen nach Steuerung und Begrenzung der Zuwanderung in Berlin Gehör fänden, ließ Seehofer die Kanzlerin in einem Interview wissen. "Sollte ich keinen Erfolg haben, müssen wir überlegen, welche Handlungsoptionen wir haben." CDU-Bundesvize Julia Klöckner wies die Kritik zurück: "Mit Ultimaten kommen wir nicht viel weiter."

Keine Frage: Der Ton unter den Schwesterparteien wird rauer, die Flüchtlingsthematik gerät immer mehr zu einer Belastungsprobe der großen Koalition. Hintergrund: Die Situation entlang der bayerisch-österreichischen Grenze wird immer schwieriger. Allein im Raum Passau kamen am Montag nach Angaben der Bundespolizei 8000 Flüchtlinge an. Der Passauer Landrat Franz Meyer sprach angesichts des Zustroms von einer "Völkerwanderung" und appellierte an die Solidarität in Europa.

Mit ihrer "Wir-schaffen-das"-Aussage habe Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa gemeint, appellierte auch Triers Bischof Stephan Ackermann bei einem TV-Redaktionsbesuch an die Verantwortung aller EU-Länder. Allein schaffe Deutschland dies nicht. Ohne einzelne Staaten namentlich zu nennen, kritisierte Ackermann osteuropäische Länder, deren Regierungsoberhäupter nur ihre Wähler im Blick hätten und nicht den europäischen Gedanken. Verweigerern unter den EU-Ländern müssten die Fördermittel gestrichen werden, sagte Ackermann, der sich auch dafür aussprach, den Zustrom an Flüchtlingen notfalls zu begrenzen. Das christliche Abendland sieht der Trierer Bischof durch den Zuzug der vielen Muslime nicht bedroht. Auf die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehöre, antwortete Ackermann: "Muslime gehören zu Deutschland."