Sieben Minuten kürzer

MAINZ/TRIER. In zwei Jahren soll mit dem Ausbau der Bahnstrecke Trier-Luxemburg begonnen werden. Das verkündete gestern die Mainzer Staatskanzlei und bestätigte damit einen TV-Bericht von Dienstag. Land und Bund seien sich einig, möglichst bald eine bessere grenzüberschreitende Schienenverbindung zu schaffen, heißt es.

Erst kommt das zweite Gleis vor der Moselbrücke bei Konz, dann kommt der zweite Schienenstrang auf den zwei Kilometern zwischen Igel (Kreis Trier-Saarburg) und der Grenze zu Luxemburg, und zum Schluss wird die Strecke fit gemacht für Neigetechnik-Züge, mit denen es bis zu sieben Minuten schneller von Trier nach Luxemburg geht. Das sind die Planungen für eine bessere grenzüberschreitende Bahnanbindung, auf die sich nun Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) und sein Parteikollege, Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, geeinigt haben. Damit bestätigte die Mainzer Staatskanzlei, was der TV bereits in seiner gestrigen Ausgabe berichtet hatte. In zwei Jahren soll bereits mit den ersten Baumaßnahmen begonnen werden, hieß es aus dem Mainzer Verkehrsministerium. Moselbrücke wird später in Angriff genommen

Das Nadelöhr Moselbrücke soll aber erst in einem zweiten Schritt angegangen werden. Laut Beck gibt es dafür zwei Varianten: Einmal soll geprüft werden, ob die Brücke um ein zweites Gleis erweitert werden kann, oder ob bereits eine Erneuerung der Weichenverbindungen bei den Brückenzufahrten mehr Tempo bringen. Überraschend an der gestrigen Mitteilung aus Mainz ist allenfalls, dass nun wieder die "gute, alte" Neigetechnik auf der Strecke Einzug halten soll. Bereits vor sieben Jahren hatte der damalige Mainzer Verkehrsminister Hans-Artur Bauckhage angekündigt, Neigetechnik-Züge dort einzusetzen. Zuletzt packte die Bahn selbst vor zwei Jahren den Vorschlag aus, mit den schnelleren Kurvenflitzern das Tempo zwischen Trier und Luxemburg zu erhöhen. Doch immer wieder verschwanden die Vorschläge in der Kiste, weil die Neigetechnik-Züge lange als anfällig galten, und weil es bis dahin gar kein Modell gab, das auch in Luxemburg hätte fahren können. Der Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz (CDU) hat Zweifel, dass der Ausbau der Bahnstrecke in absehbarer Zeit vorankommt. Noch im November habe ihm der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Karl Diller, mitgeteilt, dass es für die Strecke noch keine Planungsansätze gebe. "Es wäre an der Zeit, dass sich endlich was tut", sagt Schartz.