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Sieben Rechtsextreme verhaftet, einer wird noch gesucht

Sieben Rechtsextreme verhaftet, einer wird noch gesucht

Die Koblenzer Staatsanwaltschaft hat die Festnahme von sieben Rechtsextremen bestätigt; nach einem 32-Jährigen aus der Region Trier wird noch gefahndet. Sie sollen einen "Nazi-Aussteiger" verletzt und beraubt haben.

Trier. Über die erst am Freitag von der Staatsanwaltschaft eingeräumte Festnahmewelle hatte unsere Zeitung bereits vor über einer Woche berichtet - nach entsprechenden Meldungen auf diversen rechtsex tremen Internetseiten. "Jede Form der Medienveröffentlichung würde den Ermittlungserfolg stören", meinte der Leitende Koblenzer Oberstaatsanwalt Horst Hund noch, als die Rechtsextremen unter Verweis auf die Festnahmewelle bereits zu einer Demons tration in Koblenz aufgerufen hatten, die am vergangenen Samstag war.

Immerhin ist seit gestern klar, warum die Anklagebehörde nichts sagen wollte: Nach einem 32-jährigen Tatverdächtigen aus Osann-Monzel (Kreis Bernkastel-Wittlich) wird noch gefahndet. Sieben weitere Beschuldigte im Alter zwischen 20 und 29 Jahren wurden seit dem 23. Februar festgenommen, bis auf einen 20 Jahre alten Mann aus dem Westerwald sitzen alle noch in Untersuchungshaft.

Die Rechtsextremen werden verdächtigt, vor fünf Monaten in Höhr-Grenzhausen (Westerwaldkreis) einen 30-Jährigen krankenhausreif geschlagen und beraubt zu haben. Das vermutete Motiv: Das Opfer hatte sich von der rechtsextremen Szene losgesagt. Gegen die mutmaßlichen Täter ermittelt die Koblenzer Staatsanwaltschaft wegen Raubes und Körperverletzung.

Nach Angaben des Leitenden Oberstaatsanwalts Horst Hund haben zwei Beschuldigte die Vorwürfe zumindest teilweise eingeräumt; die übrigen stritten ab oder äußerten sich nicht. Unter den Tatverdächtigen ist auch ein 22 Jahre alter Mann aus Wittlich, der seit Anfang des Jahres eine knapp dreijährige Jugendstrafe wegen Volksverhetzung absitzt. Nähere Angaben zu dem Mann machte die Staatsanwaltschaft nicht.

Die Region zwischen Wittlich und der Mosel hatte zuletzt häufiger im Zusammenhang mit rechtsextremen Konzerten für Schlagzeilen gesorgt. 2009 gab es ein Skinheadkonzert in Osann-Monzel und einen sogenannten Liederabend in Bernkastel Kues; vor einem Jahr verhinderte die Polizei ein Skinheadkonzert im Moselort Andel. sey