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So bewerten Politiker und Funktionäre den Nürburgring-Verkauf

So bewerten Politiker und Funktionäre den Nürburgring-Verkauf

Die Entscheidung ist gefallen: Der Nürburgring ist an einen Investor verkauft, der 25 Millionen Euro in die finanziell angeschlagene Eifel-Rennstrecke stecken will. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Eine Auswahl, zusammengestellt von Rolf Seydewitz.

Alexander Licht, Vize-Fraktionschef der Landes-CDU: "Hoffentlich ist dies eine Entscheidung, die es erlaubt, den Nürburgring in eine gute Zukunft zu führen. Das ist wichtig für die Region und für die dort lebenden Menschen. Es geht schließlich um Arbeitsplätze und Existenzen und um den Ruf des Nürburgrings, der ein einzigartiges motorsportliches Kulturgut darstellt. Unter dem Strich bleibt in jedem Fall, dass SPD-geführte Landesregierungen in der Eifel eine Krise verursacht haben, die die Menschen in der Region massiv in Mitleidenschaft zieht und den Steuerzahler unwiederbringlich mit einem finanziellen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe belastet. Daran ändert auch ein Verkauf des Nürburgrings nichts. Die rheinland-pfälzische Landesregierung ist nicht der Retter aus der Krise, sondern ihr Verursacher."

Volker Wissing, FDP-Landesvorsitzender: "Statt überflüssige Freizeitparks zu bauen, hätte die SPD lieber gleich nach einem Investor für die Rennstrecke suchen sollen. Mit dem Verkauf des Nürburgrings ist die Landesregierung dort, wo sie auch ohne Freizeitpark hätte sein können, nur dass das Land nun einige Hundert Millionen Euro ärmer ist. Der Verkauf des Nürburgrings mag ein finanzieller Befreiungsschlag sein, trotzdem bleibt der Freizeitpark ein Mahnmal für eine gescheiterte Staatswirtschaft und eine gigantische Steuerverschwendung. Die Landesregierung hat Hunderte Millionen Euro aufgewendet, nur um jetzt ein Bruchteil der Kosten zurückzuerhalten. Das ist ein Schlag ins Gesicht aller ehrlichen Steuerzahler in Rheinland-Pfalz."

Otto Flimm, ADAC-Ehrenpräsident und Vorsitzender des Vereins Ja zum Nürburgring: "Wir sind dagegen, dass der Ring in einer Hand gekauft wird. Dann wird die Monopolstellung der Strecke genutzt, um Koppelgeschäfte mit dem Freizeitpark zu machen. Das führt dazu, dass möglicherweise widerrechtlich geflossene Beihilfen für den Ring-Ausbau zementiert werden."

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne): "Mit dieser Entscheidung wurde ein wichtiger Schritt in Richtung einer neuen Zukunft am Ring gegangen. Für uns war es wichtig, dass der Zuschlag an einen Partner geht, mit dem der Nürburgring wieder eine Perspektive bekommt und wieder als positive Marke für sportliche Aktivitäten und Veranstaltungen wahrgenommen wird. Uns ist es wichtig, dass mit dem Zuschlag beihilferechtliche Unklarheiten beseitigt werden und der Nürburgring und mit ihm die ganze Region einen Neuanfang starten können. Wir als Landesregierung haben großes Interesse daran, dass der Mythos Nürburgring wieder neuen Glanz bekommt. Der Erwerber ist bereits seit Jahren mit der Region vertraut und am Nürburgring tätig."

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