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So schützt man sich vor Datenklau im Netz - Betrüger knacken Facebook-Zugänge

So schützt man sich vor Datenklau im Netz - Betrüger knacken Facebook-Zugänge

Kriminelle finden immer wieder neue Maschen, um ahnungslose Opfer per Internet abzuzocken. Neueste Methode: Sie fälschen bestehende Facebook-Seiten und kommen so an Daten des Opfers und deren Freunde.

Trier. Die Facebook-Seite wirkt auf den ersten Blick ganz normal: der Name, das Profilbild, das Geburtsdatum. Doch bei genauerem Hinsehen wird deutlich: Es handelt sich um eine täuschend echte Kopie, erstellt von Betrügern. Die Kriminellen wollen mit dieser Masche, an die Daten der Freunde des Facebook-Nutzers. Dazu stehlen sie ihm quasi seine Internet-Identität.Fälle aus der Region bekannt


So ähnlich ist es auch einer jungen Triererin ergangen. "Ich konnte plötzlich nichts mehr in meinem Account machen. Hab gedacht, Facebook spinnt", sagt sie. Dass ihr Zugang von Kriminellen geknackt wurde, daran hat sie in diesem Moment nicht gedacht. Erst als nach dem Anmelden auf ihrer Facebook-Seite alle ihre dort gespeicherten Fotos und Infos weg waren, wurde sie misstrauisch.
"Ich konnte auf meiner Facebook-Seite nichts mehr tun." Von vielen ihrer Facebook-Freunde wurde sie dann per SMS darauf hingewiesen, dass unter ihrem Namen unsinnige Mails per Facebook versendet wurden. Da sei ihr endgültig klar geworden, dass ihr Account geknackt worden sei. Ihre Nachricht an Facebook blieb zunächst unbeantwortet. Schließlich habe sie alle ihre Passwörter geändert. "Nach Stunden der Wut, Verzweiflung und der Angst, dass alles verloren ist, habe ich dann meinen Facebook-Account wieder zurückerobert."Neue Masche


Die Polizei in der Region warnt vor dieser neuen Betrugsmasche. Facebook-Nutzer sollten vorsichtig sein, wenn sie eine Freundschaftsanfrage erhalten, mit der sie eigentlich schon befreundet sind. Oder sie erhalten Nachrichten wie "Erinnerst du dich noch an dieses Foto?", an dem ein Link angehängt ist. Bestätigt man die Anfrage oder folgt dem Internetlink, kann es sein, so die Polizei, dass die Betrüger den Freund des Opfers nach der Handy-Nummer fragen. Mit den ausgespähten Facebook-Daten und der Handynummer legen sie dann Konten bei Internetzahldiensten an.
Danach gehen dann auf dem Handy des Opfers SMS mit Codes der Zahldienste ein, in denen sie aufgefordert werden, diese per Facebook zu schicken. Auf diese Art können sie dann auf Kosten der Betrogenen im Internet einkaufen.
Oder die Betrüger schicken den Facebook-Freunden eine Nachricht, sie sollen unter einer bestimmten Nummer anrufen. Ein solcher Anruf kann dann schnell mal 50 Euro kosten. Was aber erst mit der nächsten Telefonrechnung auffällt. Das Geld geht dann direkt auf das Konto der Betrüger.Ein Paradies für Kriminelle


Zahlreiche Facebook-Nutzer aus der Region seien auf diese Art bereits um zweistellige Geldbeträge geprellt worden, sagte eine Sprecherin des Trierer Polizeipräsidiums. Ermittler sehen in Facebook ein wahres Paradies für Kriminelle. Durch die starke Vernetzung der Nutzer, zusammen mit der menschlichen Neugier, schafften es die Betrüger mit wenig Aufwand ihre Schadprogramme zu verbreiten und so Daten von unzähligen Nutzern zu klauen.
Obwohl Datenschützer und Polizei im Zusammenhang mit Internetkriminalität immer wieder davor warnen, zurückhaltend mit der Weitergabe von persönlichen Daten zu sein, fielen viele trotzdem auf die Betrugsmaschen rein, sagt der Trierer Oberstaatsanwalt und Experte für die Bekämpfung von Internetkriminalität, Thomas Albrecht. Weil die Betrüger über die Facebook-Daten auch an die E-Mail-Konten kommen können und damit auch an andere Passwörter für Internetdienste.
Dann bleibt den Betroffenen zumeist nichts anderes mehr übrig, als den Computer "platt" zu machen, alle Passwörter zu ändern und Virenschutzprogramme zu aktivieren.
Auch der Facebook-Account einer Eifelerin wurde von den Betrügern geknackt. "Ich bin jetzt vorsichtiger geworden", sagt sie. Es habe Tage gedauert, bis Facebook auf ihre Beschwerde reagiert und ihre richtige sowie die von den Kriminellen gefälschte Facebook-Seite vom Netz genommen hat.