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So teuer könnte Busfahren bald werden

Nachfolger des 9-Euro-Tickets ab Januar? : Warum Busfahren bald mehr kosten könnte

Der Nachfolger der Bus-Flatrate könnte Anfang 2023 an den Start gehen - Bund und Länder feilschen um die Kostenübernahme. Denn der ÖPNV sei in einer wirtschaftlichen Notsituation aufgrund stark höherer Kosten, sagt die Mobilitätsministerin des Landes.

Vor Januar nächsten Jahres wird es wohl nichts mit dem Nachfolger des erfolgreichen 9-Euro-Tickets. Bund und Länder wollen sich bis Mitte Oktober über ein Folgeangebot verständigen. Alle Länder hätten bekundet, dass sie sich vorstellen könnten, ein Anschlussticket mitzutragen, sagte die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Maike Schaefer (Grüne) aus Bremen, nach Beratungen mit Bundesminister Volker Wissing (FDP). Dazu solle nun eine Arbeitsgruppe zügige Beratungen aufnehmen. Die Länder erwarteten aber zugleich, dass dies an eine Anhebung der generellen Regionalisierungsmittel des Bundes gekoppelt sei. Mit dem Geld aus Berlin bestellen die Länder Leistungen bei den Verkehrsunternehmen. Wissing begrüßte es, dass die Länder nun mit dem Bund ein Folgeticket zum 1. Januar 2023 einführen wollten.

Grundsätzlich wolle und werde Rheinland-Pfalz sich an einer Weiterentwicklung des 9-Euro-Tickets beteiligen, sagte die rheinland-pfälzische Mobilitätsministerin Katrin Eder (Grüne). „Das 9-Euro-Ticket hat den ÖPNV populärer denn je gemacht. Da macht ein Nachfolgeticket Sinn, um mehr Menschen zum Umstieg auf klimafreundliche Verkehre zu bewegen.“ Allerdings befinde sich der ÖPNV aufgrund der stark gestiegenen Energie-, Investitions- und Personalkosten in einer akuten wirtschaftlichen Notsituation. Eder fordert daher mehr Geld vom Bund für den Nahverkehr. „Sonst drohen Abbestellungen von Buslinien oder Zugleistungen, wie es in anderen Bundesländern bereits geschehen ist“, warnt die Ministerin.

Das sagt auch die Geschäftsführerin des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT), Barbara Schwarz: „Wenn es jetzt nicht gelingt, dass Bund und Land diese dramatische Entwicklung durch eine neue Finanzierungsgrundlage abwenden, ist das System ÖPNV ernsthaft in Gefahr.“ Auch in der Region Trier fehlt den Verkehrsunternehmen wegen der gestiegenen Kosten Geld. Um den Fehlbetrag auszugleichen, müssten die Fahrkarten in der Region um mehr als zehn Prozent teurer werden, teilte der VRT mit.

In der vergangenen Woche hatte die Verbandsversammlung die Entscheidung über die Preiserhöhung zunächst auf Dezember vertagt. Eine hohe Preisanpassung sei kontraproduktiv, um mehr Menschen vom Bus- und Zugfahren zu überzeugen, sagt Schwarz. Hätte die Versammlung für eine geringere Preiserhöhung gestimmt, hätten die vier Landkreise und die Stadt Trier das finanzielle Defizit der Unternehmen von rund vier Millionen Euro tragen müssen. Wegen einer Lösung des Problems verhandle man mit dem Land, sagte Schwarz.