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So viele Opfer in Afghanistan wie noch nie

So viele Opfer in Afghanistan wie noch nie

New York. Die Zahl der getöteten oder verletzten Zivilisten in Afghanistan hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht.

Verantwortlich dafür seien das Wiedererstarken der Taliban, verstärkte Kämpfe in dicht bewohnten Gebieten und eine zunehmende Zahl von Selbstmordattentaten, teilte die UN-Mission in Afghanistan in New York mit. Insgesamt hat es laut UN 11 002 zivile Opfer gegeben, darunter 3545 Tote, heißt es im Jahresbericht zu Zivilisten in bewaffneten Konflikten. Dies war ein Anstieg um vier Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Die Opfer waren ganz überwiegend Männer, es waren jedoch auch zunehmend Frauen und Kinder betroffen: 2015 war jedes vierte Opfer ein Kind und jedes zehnte Opfer eine Frau. Dies war ein Anstieg um 14 beziehungsweise 37 Prozent.
Der Bericht macht Anti-Regierungskräfte für 62 Prozent aller Tötungen und Verletzungen von Zivilisten verantwortlich. Dies bedeute allerdings einen Rückgang um zehn Prozent. 14 Prozent werden den afghanischen Sicherheitskräften und zwei Prozent den internationalen Truppen zugeschrieben. "Das Leiden, das den Zivilisten zugefügt wird, ist völlig inakzeptabel", sagte der UN-Sondergesandte für Afghanistan, Nicholas Haysom. Er rief die Verantwortlichen auf, mehr zum Schutz der Zivilisten zu unternehmen und die Angriffe zu beenden. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Zeid Raad Al Hussein, beklagte, dass die meisten Täter völlig straflos ausgingen. KNA