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So will Rheinland-Pfalz mehr ausländische Fachkräfte gewinnen: Neues Beratungszentrum öffnet in Trier

So will Rheinland-Pfalz mehr ausländische Fachkräfte gewinnen: Neues Beratungszentrum öffnet in Trier

Willkommen in Trier! Ausländische Fachkräfte werden jetzt im neuen Welcome-Center der Industrie- und Handelskammer begrüßt. Die Erstberatungsstelle soll Arbeitnehmern aus EU-Ländern und Drittstaaten helfen.

Martina Becker wartet gespannt auf Besucher, die an ihrer Tür klopfen. Die Referentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) spricht englisch, französisch und spanisch. Sie soll den Informationshunger internationaler Fachkräfte und ihrer Familien stillen und sie beraten. Ob es um die Anerkennung von Abschlüssen, um Arbeitssuche und Bewerbungen, um Aus- und Weiterbildung, um das Erlernen der deutschen Sprache oder um das Begleiten bei Behördengängen geht: Becker steht bereit.

Nicht nur Fachkräfte, sondern auch Firmen können vom Angebot der neuen Welcome-Center (auf Deutsch etwa: Willkommenszentren), die eine gemeinsame Initiative der Landesregierung und der IHK sind, profitieren. Ihnen wird vermittelt, wo und wie sie Fachkräfte gewinnen und integrieren können. Sie werden bei Rechtsfragen oder bei Förderprogrammen beraten. "Wir machen nicht wahnsinnig viel Neues, aber geben dem Ganzen ein Gesicht", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Glockauer. Die Center seien als zentrale Anlaufstelle mit Lotsenfunktion gedacht und sollten Aktivitäten anderer Akteure wie der Arbeitsagentur, der Caritas oder der Kreis- und Stadtverwaltung ergänzen und zusammenführen.

Die Zentren seien "ein Puzzleteil im Kampf gegen den Fachkräftemangel", sagt Glockauer. Ministerpräsidentin Malu Dreyer bezeichnet sie als "herausragendes Element" bei der Fachkräftestrategie des Landes.

Der Wirtschaft in Rheinland-Pfalz fehlen laut IHK in diesem Jahr 40.000 Fachkräfte, Tendenz steigend (der TV berichtete). In der Region können derzeit laut Manfred Bitter, Präsident der Handwerkskammer (HKW) Trier, 5000 bis 6000 Jobs nicht besetzt werden. Gesucht werden vor allem Techniker wie Maschinenbauer, Mechatroniker oder Industriemechaniker, aber auch Tourismusexperten und künftig vermehrt Kaufleute.

Die CDU-Opposition kritisiert vor diesem Hintergrund, die neuen Center seien wenig hilfreich im Kampf um Fachkräfte.