"Sonst sterben Leute"

TRIER-EHRANG. Die Serie der Banküberfälle in der Region reißt nicht ab: Gestern Nachmittag überfiel ein junger Mann die Sparkassen-Filiale an der Ehranger Kyllstraße und entkam mit einem vierstelligen Geldbetrag. Ein Zusammenhang mit der zurzeit im Raum Trier aktiven Bankräuberbande besteht nach Angaben der Polizei aber nicht.

Acht Sparkassenangestellte und eine Kundin befanden sich gestern um 14.20 Uhr im Kassenraum, als ein junger Mann mit Motorradhelm auf dem Kopf eintrat und sofort "zur Sache" kam. Er zog ein Messer und brüllte: "Geld! Geld! Oder sonst müssen Leute sterben!" Als ihm daraufhin ein vierstelliger Betrag übergeben wurde, fügte er noch hinzu: "Es muss ja nicht viel sein." Nach dieser - für Bankräuber recht kuriosen Bemerkung - flüchtete der Täter zu Fuß über den Parkplatz zwischen Bankgebäude und Kyll. Zeugen sahen ihn noch über den nahen Bahndamm der Strecke Trier-Koblenz in Richtung Moselradweg hasten - danach war er verschwunden. Mit starkem Aufgebot rückte die Trierer Polizei an. Während im Innern des abgesperrten Bankgebäudes Spuren gesichert und die noch unter Schock stehenden Angestellten vernommen wurden, lief rund um Ehrang eine groß angelegte Fahndungsaktion an. Koordiniert wurde die Suche von einer provisorischen Leitstelle auf dem Parkplatz an der Kyll. Dort keimte gegen 15.20 Uhr kurz Hoffnung auf, als zwei Jugendliche von einem verdächtigen Rollerfahrer berichteten, der in Richtung Autobahn unterwegs gewesen sei. Tatsächlich wurde der Zweiradfahrer gefunden und überprüft - Ergebnis negativ. Eckhard Otto von der Kriminalpolizei Trier: "Wir wissen zurzeit nicht einmal, ob der Mann irgendwo auf ein Fahrzeug umgestiegen sein könnte." Die Fahndung, bei der auch ein Polizeihubschrauber das Gelände am Ehranger Moselufer absuchte, blieb erfolglos und musste bei Einbruch der Dunkelheit abgebrochen werden. Dank zahlreicher Zeugen in der Bank lag aber schon eine Stunde nach dem Überfall eine recht genaue Täterbeschreibung vor: Der Mann ist etwa 25 Jahre alt, 1,80 Meter groß und von normaler Statur. Vermutlich handelt es sich um einen deutschen Staatsanghörigen. Er war maskiert mit einem cremefarbenen Motorradhelm mit Visier, auffallend roter Stirnfläche und einem ringsum verlaufenden roten Streifen. Bekleidung: eine schwarze Jacke mit zwei aufgesetzten Brusttaschen, auf denen Mercedes-Sterne erkennbar waren, und eine dunkle Hose mit Adidas-Streifen. Über die Art des Messers gibt es keine Angaben. Hinweise an die Kripo Trier, Telefon 0651/9779-2290 oder -2019111.