Sparen bei Vertretungslehrern: Mehr Unterrichtsausfall im Land?

Mainz · Gewerkschaften und Verbänden sind beunruhigt. Der Grund: Das rheinland-pfälzische Bildungsministerium will deutlich zurückhaltender mit der Einstellung von Vertretungslehrern umgehen.

Mainz. In Rheinland-Pfalz werden Lehrer benötigt. Allerdings ist der 80 Millionen Euro schwere Topf, aus dem die Aushilfspädagogen bezahlt werden, ziemlich leer.
Im neuen Schuljahr soll daher kräftig auf die Sparbremse getreten werden. Gewerkschaften und Verbände befürchten nun, dass sich der Unterrichtsausfall verschärft. Zudem macht sich massive Verunsicherung unter jungen Pädagogen breit, die fest damit gerechnet haben, dass ihre (befristen) Verträge verlängert werden. "Bei uns klingeln ständig die Telefone. Manche sind verzweifelt, weil sie nicht wissen, wie es weiter geht", so Hjalmar Brandt, Geschäftsführer des Verbands Bildung und Erziehung (VBE). Insgesamt gibt es in Rheinland-Pfalz derzeit rund 2700 Vertretungslehrer. Die werden gebraucht, damit keine Schulstunden ausfallen. Ein Teil der Verträge läuft zum neuen Schuljahr (Beginn im August) aus. Derzeit ist offen, wie viele Schulen weiter mit ihren Vertretungslehrern rechnen können. "Ihre Zahl soll reduziert werden", so der VBE-Landesvorsitzende Johannes Müller. Nach ersten Protesten aber wohl nicht so stark wie angedacht. Im Bildungsministerium heißt es, dass die Zahl der Vertretungslehrer Jahr für Jahr stark angewachsen ist. Daher hat man nun die Notbremse gezogen. Dennoch soll allen Schulen geholfen werden, die "dringenden Vertretungsbedarf" haben. Wolfgang Häring, Sprecher des Landesverbandes der Realschullehrer (VDR), hat eine andere Erklärung für die Misere: "Vor der Wahl sollte der Unterrichtsausfall mit möglichst vielen Vertretungen verringert werden - und jetzt fehlt für dieses Jahr einfach das Geld." DB