Sparkassenkunden abgezockt – Spur führt auf die Bahamas

Sparkassenkunden abgezockt – Spur führt auf die Bahamas

Die Sparkasse Trier ist Ziel einer Ausspäh-Attacke an einem ihrer Geldautomaten geworden. Ende Mai haben Kriminelle durch Manipulation eines Geldautomaten in Kell am See im Hochwald die Daten von möglicherweise über 100 Nutzern ausgespäht. Einige wurden bereits geschädigt. Die Spur führt auf die Bahamas.

Sparkassenkunden sollten ihre Kontoauszüge genau prüfen. Vor allem, wenn sie Ende Mai in Kell am See (Trier-Saarburg) Geld am dortigen Sparkassen-Automaten abgehoben haben. Der Automat war von 31. Mai bis 2. Juni durch Kriminelle manipuliert worden. Durch diese sogenannte Skimming-Attacke konnten die Daten der Karten, mit denen Geld abgehoben wurde, ausgespäht werden. 150 Nutzer des Geldautomaten an dem Wochenende nach Christi Himmelfahrt könnten davon betroffen sein, sagte Helga Etienne, Sprecherin der Sparkasse Trier, und bestätigte damit exklusive TV-Informationen.

Erste Hinweise habe die Sparkasse vergangenen Freitag erhalten. Der Polizei wurde der Vorfall am Dienstag durch einen Mitarbeiter der Sparkasse gemeldet, sagte eine Polizeisprecherin.

Derzeit würden bei Sparkassenkunden vermehrt Abbuchungen von den Bahamas auftreten, so Etienne. Zumeist handele es sich um "Kleinstbeträge" unter 100 Euro. Laut Polizei sind derzeit über 40 Nutzer des Geldautomaten geschädigt worden.

Alle, die an dem Wochenende Geld an dem Automaten in Kell am See abgehoben haben, seien von der Sparkasse informiert und die betreffenden Karten gesperrt worden, sagt die Sparkassensprecherin.

Bei der Sparkasse geht man davon aus, dass es sich um "kriminelle Handlungen des organisierten Verbrechens" handelt. Andere Sparkassenfilialen oder Banken in der Region sind laut Polizei derzeit nicht von Skimming-Attacken betroffen. Auch habe es in den vergangenen Monaten keine neuen Fälle mehr gegeben. Allerdings sind am gleichen Wochenende wie in Kell am See ähnliche Vorfälle im Saarland, in St. Wendel und in Dillingen, passiert. Laut saarländischer Polizei wurden in zwei Banken die Kartenlesegeräte an den Eingangstüren manipuliert, indem ein zweites Gerät zum Auslesen der Magnetkarte aufgesteckt wurde. An der Decke oberhalb der Geldautomaten seien eine Kamera und ein Aufzeichnungsgerät installiert worden, um die Eingabe der Geheimzahl zu filmen.

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