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SPD unterstützt Anliegen von „Reconquista Internet“

Jan Böhmermann ist zu Internetkonferenz re:publica zugeschaltet. Foto: Britta Pedersen/Archiv
Jan Böhmermann ist zu Internetkonferenz re:publica zugeschaltet. Foto: Britta Pedersen/Archiv FOTO: Britta Pedersen
Mainz. Die vom Satiriker Jan Böhmermann angestoßene Bewegung gegen Volksverhetzung im Internet trifft auf Zustimmung in der SPD Rheinland-Pfalz. Die Aktion mit der Bezeichnung „Reconquista Internet“ zeige einer breiten Öffentlichkeit, „wie rechtsextreme Netzwerke Online-Debatten manipulieren“, sagte SPD-Generalsekretär Daniel Stich am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Daher könne er Böhmermann „zu diesem Coup nur gratulieren“, auch wenn wenn man über die Methoden wie die Veröffentlichung von Account-Listen „natürlich streiten kann“. dpa

Bislang sind mehr als 55 000 Menschen der Bewegung beigetreten, die dazu aufruft, „Hass, Gewalt und Ignoranz mit Vernunft und Liebe“ zu begegnen.

„Rechtsextreme organisieren sich immer stärker im Internet, um einzelne Seiten in sozialen Netzwerken mit Drohungen und Beleidigungen zu überschütten“, sagte Stich. Auf diese Weise werde die öffentliche Debatte verzerrt. „Ich weiß, wovon ich spreche: Auch unsere Seiten wurden, nachdem wir uns in Kandel klar gegen Fremdenhass positioniert hatten, mit rechten Hasskommentaren überflutet und zugemüllt.“ Die Untersuchung eines Datenexperten habe ergeben, „dass die Shitstorms auf unseren Seiten zu einem großen Anteil von Accounts der rechtsextremen Identitären Bewegung gesteuert wurden“. Eine detaillierte Auswertung werde in den nächsten Wochen erwartet.