Spur vom "Phantom" in saarländischer Realschule

Spur vom "Phantom" in saarländischer Realschule

Neun Jugendliche, die im Juli 2007 in eine Saarbrücker Realschule einbrachen, sind längst überführt. Jetzt steht fest: Auch die meist gesuchte Verbrecherin Deutschlands war am Tatort.

Saarbrücken/Heilbronn/Riol. Sie ist die meistgesuchte Verbrecherin Deutschlands: 300 000 Euro Belohnung sind zur Ergreifung der unbekannten Frau ausgesetzt, die als das "Phantom" bezeichnet wird. Bei sechs Mordfällen in Idar-Oberstein (Mai 1993), Freiburg (März 2001), Heilbronn (Mord an einer Polizistin im April 2007), Heppenheim (2008) und dem Tod einer Frau im Oktober vorigen Jahres bei Weinsberg wurde DNA-Material der Frau, die vermutlich albanische Wurzeln hat, entdeckt. Genetische Spuren der Frau wurden ebenfalls Riol (Kreis Trier-Saarburg) und vor Jahren an einer Drogenspritze in Gerolstein gefunden (der TV berichtete). Im Saarland ist die 16-köpfige Ermittlergruppe "PS" beim Landeskriminalamt (LKA) dem Phantom auf der Spur. Bei mehreren Einbrüchen und einem Raubüberfall im Saarhölzbacher Anglerheim im Mai 2008 hinterließ die Frau ihren genetischen Fingerabdruck. Jetzt ist eine weitere Spur aufgetaucht, die den Fall noch mysteriöser macht. Ernst Peter Hirschmann, Chef der Saarbrücker Staatsanwaltschaft, bestätigt Informationen der Saarbrücker Zeitung. Er sagt: "Wir sind sicher. Diese Spur ist echt." Demnach meldete die DNA-Datenbank beim Bundeskriminalamt (BKA) einen Treffer, als die Tatortspuren von dem Einbruch am 6. Juli 2007 (wenige Wochen nach dem Mord an einer Polizistin in Heilbronn) in die Saarbrücker Realschule Bruchwiese abgeglichen wurden. Das Seltsame: Die Einbrecher sind längst überführt, geständig und einige bereits verurteilt. Eine Gruppe von neun Saarbrücker Kindern und Jugendlichen ist demnach für diesen Einbruch verantwortlich. Hat das Phantom Kontakte zu Kindern und Jugendlichen in Saarbrücken? Die Ermittler beim LKA und die Staatsanwaltschaft gehen nicht davon aus. Die Jugendlichen versicherten angeblich sehr glaubwürdig, dass sie bei der Tat alleine waren.