Spurlos verschwunden

Polizei-Taucher haben gestern in der Mosel erneut nach der seit mehr als zwei Monaten vermissten Trierer Studentin Tanja Gräff gesucht. Erfolglos. Von der 21-Jährigen fehlt weiter jede Spur.

Trier. Einmal mehr ist eine Suchaktion nach der Anfang Juni auf dem Sommerfest der Trierer Fachhochschule unter mysteriösen Umständen verschwundenen Tanja Gräff ergebnislos abgebrochen worden. Acht Taucher der Wittlicher Bereitschaftspolizei hatten zuvor den ganzen gestrigen Vormittag über die Mosel im Bereich Kaiser-Wilhelm-Brücke und Zurlaubener Ufer abgesucht. "Es gab im Vorfeld keine konkreten Hinweise", sagte Kriminalhauptkommissar Hans-Jürgen Ellert unserer Zeitung, "aber wir wollten sichergehen, dass hier nichts zu finden ist."Die Kaiser-Wilhelm-Brücke hätte Tanja Gräff überqueren müssen, wenn sie in der Nacht ihres Verschwindens - wie mit einem Freund telefonisch abgesprochen - von der FH in die Stadt zur Porta Nigra gefahren wäre. Dort aber kam die als äußerst zuverlässig geltende Studentin nie an. Die Bedingungen für die acht Taucher in dem auch als Pferdemosel bezeichneten Flussabschnitt waren am Mittwoch relativ gut: geringe Strömung, Wassertiefen zwischen 1,20 und 2,30 Meter, etwa einen halben Meter Sicht und 21 Grad Wassertemperatur. "Wärmer als draußen", scherzte einer der eingesetzten Taucher.Trotz der guten Bedingungen: Von der wahrscheinlich einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallenen jungen Frau fanden die Polizisten abermals keine Spur. Auch nicht unterhalb der etwa zwei Kilometer entfernten Römerbrücke. Laut einem bei der Polizei eingegangenen anonymen Schreiben sollte dort an einem Brückenpfeiler angeblich die Leiche der 21-Jährigen zu finden sein. Obwohl die Ermittler dem Hinweis keinen Glauben schenkten, wurde auch dort getaucht - ohne Ergebnis.Während die Suchaktionen damit vorerst abgeschlossen sind, laufen die Ermittlungen der Soko FH weiter. Wahrscheinlich noch im August soll das Geschehen an der Fachhochschule vor Tanjas Verschwinden mit allen Augenzeugen nachgestellt werden, erfuhr unsere Zeitung gestern aus Polizeikreisen. Genauer unter die Lupe genommen werden in den nächsten Wochen auch alle Luxemburger, die in Trier studieren und einen Peugeot fahren. Mit einem solchen Fahrzeug und in Begleitung eines unbekannten jungen Mannes wurde Tanja in der Nacht ihres Verschwindens womöglich zum letzten Mal lebend gesehen.