Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Berufsbetreuer

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Berufsbetreuer

Weil ein Berufsbetreuer gewerbsmäßig Geld seiner Klienten veruntreut haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Trier gegen ihn Anklage in elf Fällen erhoben. Das teilte Staatsanwalt Arnold Schomer auf TV-Anfrage mit. Weitere Ermittlungen laufen. Das Amtsgericht Trier hat den Betreuer kaltgestellt.

Zu den Aufgaben eines Betreuers gehört es, das Vermögen von Menschen zu verwalten, die dazu alleine nicht mehr in der Lage sind. Gewerbsmäßige Untreue wirft die Staatsanwaltschaft Trier einem selbstständigen Berufsbetreuer aus Trier vor. In elf Fällen soll der Angeschuldigte insgesamt etwa 84 000 Euro vom Vermögen dreier ihm anvertrauter Klienten in die eigene Tasche abgezweigt haben.
In einem Fall soll er das Auto einer Klientin, das einen ursprünglichen Wert von 8000 Euro gehabt haben soll, für 2300 Euro an seine Mutter verkauft haben. Das teilte Staatsanwalt Arnold Schomer auf TV-Anfrage mit. Im Zuge der Ermittlungen hat der Beschuldigte laut Schomer rund 50 000 Euro zurückgezahlt. Weitere Ermittlungen liefen. Die Prüfung der Akten der insgesamt 90 Betreuungsverfahren, für die der Angeschuldigte im Bereich des Amtsgerichts Trier zuständig war, sei zeitaufwendig.Verzicht auf Beschwerde


Laut Jörg Theis, Direktor des Amtsgerichts Trier, hat das Gericht als zuständige Behörde den Berufsbetreuer mittlerweile in allen Fällen entpflichtet, also entlassen. Die 90 Betreuungsfälle seien auf andere Betreuer verteilt worden. Der Entlassene habe keine Beschwerde gegen die Entpflichtungen eingelegt.
Das Amtsgericht Trier hatte die Akten der Staatsanwaltschaft zur Prüfung gegeben, weil der Verdacht einer strafbaren Handlung bestanden hatte (der TV berichtete). Aufgefallen war, dass der angeschuldigte Betreuer in Einzelfällen Bankkonten nicht angegeben hatte. Zudem soll er laut Theis über Konten verfügt haben, ohne die notwendigen gerichtlichen Genehmigungen dazu eingeholt zu haben. Nun muss das Schöffengericht entscheiden, ob es die Anklage zulässt und das Hauptverfahren eröffnet. Nach TV-Informationen war es nicht das erste Mal, dass Ermittler den Verdächtigen im Visier hatten. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Trier bestätigte TV-Informationen, wonach 2010 schon einmal eine Durchsuchung in den Geschäftsräumen des Angeschuldigten stattgefunden hatte. Der bestehende Tatverdacht hatte sich jedoch laut Staatsanwaltschaft damals nicht bestätigt. Das Verfahren war eingestellt worden.

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