Stadt, Uni und Hochschule Trier starten mit Kampagne #studierintrier

Bildung : Keine Angst, es ist kein Kaff: #studierintrier!

Mit einer neuen Marketingkampagne wollen Universität, Hochschule und Stadt das Image Triers aufpolieren.

Ein langweiliges Kaff? Oder eine liebenswerte neue Heimat? Heftig – so heftig, dass manchem Trierer beim Lesen das Herz bluten würde – wird in Online-Foren diskutiert über Trier, die Studentenstadt und was sie zu bieten hat – oder auch nicht. „Leider liest man oft, dass Trier ein Dorf ist, und da ich aus einem echten Dorf komme, weiß ich, wie schlimm das ist. Kann mir bitte jemand meine Angst etwas nehmen?“, schreibt eine junge Frau auf studis-online.de. Ob die Antworten dazu geeignet waren? Die einen warnen vor „pöbelnden Assis“, schlechter Bahnanbindung, Bergen, die überwunden werden müssten, wenn man zu den Hochschulen will, vor hohen Mietpreisen, teurem Bier, schwieriger Kontaktaufnahme zu „feindseligen Einheimischen“, vor fehlenden „Tischtennisbars, Abrisspartys, Sandstränden“ und Studenten, die am Wochenende in Scharen flüchten. Andere schwärmen von der wunderschönen alten Stadt, von einer Fußgängerzone, die mit jener Kölns zu vergleichen sei, von historischen Bauten, der nahen Natur, netten Leuten, guten Studienbedingungen und der hohen Qualität der Lehre.

Die neue Kampagne #studierintrier soll dafür sorgen, dass junge Leute gar nicht erst auf die Idee kommen, sich vor einem Studium in Trier zu fürchten. Weil sie über Plakate, soziale Medien und eine von Design-Studenten mit knalligen Farben und knackigen Sprüchen gestaltete neue Webseite (www.studier-in-trier.de) längst darüber informiert sind, was die Stadt an der Mosel zu bieten hat, nämlich: über 100 Studiengänge in elf Fachbereichen, Kultur – „von echt antik bis super cool“, Wohnen „ganz nach Deinem Gusto“ oder leckeres Essen für jeden Geschmack. Wer sich für Trier interessiert, findet auf der Seite jede Menge Infos über Studienwahl, Bewerbung oder Finanzierung, über das Leben in der Stadt, kostenlose Kulturangebote, Sport oder den Nahverkehr.

Universität, Hochschule, Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung und das Studierendenwerk haben sich für die Kampagne zusammengeschlossen. „Im Wettbewerb der Studentenstädte wollen wir alle Kräfte bündeln“, sagt Triers Marketingchef Norbert Käthler, der hofft, dass Trier stärker als Wissenschaftsstadt wahrgenommen wird.  Die Hochschulen, die im Sinne des Standorts kooperieren, obwohl sie Konkurrenten sind, erhoffen sich auch stabile Studentenzahlen. In den vergangenen Jahren waren diese gesunken: An der Uni von knapp 15 000 auf 13 000, an der Hochschule von 8000 auf 7000. Die Wirtschaftsförderung wiederum macht mit, um Unternehmen zu unterstützen. „An Hochschule und Universität werden genau die Fachkräfte ausgebildet, die wir derzeit und in Zukunft brauchen“, sagt Amtsleiterin Christiane Luxem.

Gilt es nur noch, die jungen Leute zu überzeugen. „Trier scheint vielen weit weg, aber wenn sie erst einmal da sind, werden sie schnell heimisch“, sagt Uni-Präsident Michael Jäckel. Rund 30 000 Euro Budget stehen jährlich zur Verfügung. Geld, mit dem neben Webseite und Online-Kampagne auch sechs Plakate finanziert werden. „Raum für neue Perspektiven“ steht darauf (im Hintergrund des Plakats: die Konstantin-Basilika) oder „Dein Tor für die Zukunft“ (im Hintergrund: die Porta Nigra). Symbol der Kampagne ist ein T, das nach unten spitz zuläuft und so laut Marc Regier, Vizepräsident der Hochschule, an die Symbole erinnern soll, mit denen in Onlinekarten Orte markiert werden. Sowohl Einheimische als auch Trier-Touristen wollen die Partner so erreichen. Für Plakate in Köln, Aachen oder Bonn ist vorerst kein Geld da. Überregional überzeugen will man potenzielle Neu-Trierer in den sozialen Medien: Trierer Studierende werden bald aufgerufen, für die Stadt zu werben.

Auch auf die Frage der jungen Frau hin tut mancher das längst. Es komme doch nicht auf die Größe einer Stadt an, sondern auf die Qualität der Lehre, „und diese ist in Trier wirklich gut“, schreibt ein User. Er könne das Wort Kaff nicht mehr hören. Die Stadt sei „wirklich richtig schön“.

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