Standfeste Brücken

MAINZ. (win) Marode Brücken sind im Land kein Problem. Mit dieser Festsstellung reagiert das Mainzer Verkehrsministerium auf die Diskussion um die Sicherheit öffentlicher Bauwerke nach dem Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall.

Laufende Beobachtungen, jährliche Sichtkontrollen und umfangreiche Überprüfungen im Drei-Jahres-Rhythmus gewährleisten nach Angaben des Verkehrsministeriums die Sicherheit von rund 6000 Brückenbauwerken in der Zuständigkeit des Landesverkehrsbetriebes. Mehr als 90 Prozent der Bauwerke an Bundes- und Landesstraßen sowie 84 Prozent an Kreisstraßen sind nach Angaben von Ministeriumssprecherin Dörte Büchel mit sehr gut bis ausreichend bewertet. Bei den anderen Brücken gibt es zwar festgestellte Mängel, die jedoch nicht die Tragfähigkeit betreffen. Bei Schäden an Lagern werde gegebenenfalls mit einer Beschränkung der zulässigen Belastung reagiert, sagte Büchel auf Anfrage des TV.Drei Risikobrücken in Trier

Landesweit rund 1300 Brücken fallen unter kommunale Zuständigkeit und werden unter gleichen Vorgaben inspiziert. Für allein 140 Brücken mit einer Spannweite von mindestens zwei Metern ist die Stadt Trier verantwortlich, darunter drei "Risiko-Brücken", wie Stadt-Sprecher Ralf Frühauf auf Anfrage erklärt. Alle drei sind in ihrer Belastung stark beschränkt, zwei davon (Zementbrücke, Aulbrücke) sind bereits in absehbarer Zeit zum Abriss vorgesehen. Rund 300 000 bis 400 000 Euro gibt Trier jährlich für Instandhaltung und Sanierung aus. Einen landesweiten Überblick über den Zustand kommunaler Brücken gibt es nach Angaben des Gemeinde- und Städtebundes nicht. Laut einer Dekra-Studie aus dem Jahr 2004 sollen bundesweit 14 000 von 120 000 Straßenbrücken in derart marodem Zustand sein, dass sie gesperrt oder saniert werden müssten.