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Steingärten, Gärten des Grauens, schaden Bienen und dem Klima,

Archiv Mai 2019 : Bienensterben: Naturschützer warnen vor Gärten des Grauens

Viel Schotter und Kies, wenig Grün: Immer mehr Hausbesitzer versiegeln ihre Grundstücke – nicht gut für die Artenvielfalt. Städte und Gemeinden setzen auf Aufklärung statt auf Verbote.

Der Naturschutzbund (Nabu) nennt sie „Gärten des Grauens“: Gärten, die mit Schotter oder Kies bedeckt sind, in denen allenfalls ein paar nicht heimische Sträucher gepflanzt sind. Der Nabu sammelt Beispiele für diese „Gärten des Grauens“. Auf seiner Internetseite sind auch Fotos aus der Region zu sehen, unter anderem aus Schalkenmehren (Vulkaneifel).

Nicht nur der Nabu warnt vor diesem Gestaltungstrend. Auch die Umweltminister der Bundesländer wollen mehr Grün in den Vorgärten. Auf der Umweltministerkonferenz vergangene Woche in Hamburg sprachen sie von einer beunruhigenden Entwicklung, „arten- und blütenreiche Gärten verschwinden auf Kosten steriler insektenfeindlicher Stein- und Schottergärten“. Daher wollen die Minister nun die bundesweite Kampagne „Insektenfreundliche Privatgärten“ starten und gleichzeitig die Kommunen darauf hinweisen, die Verpflichtungen der Landesbauordnungen zum Begrünen und Bepflanzen unbebauter Flächen auch umzusetzen.

Überlegungen, solche Steingärten zu verbieten, gebe es in Trier nicht, sagte ein Stadtsprecher unserer Zeitung. In einigen rheinland-pfälzischen Kommunen, etwa in Speyer, soll zumindest bei Neubauvorhaben vorgeschrieben werden, die Gärten zu begrünen. In Trier  wie auch in Bitburg und Wittlich  setzt man allerdings eher auf Aufklärung statt auf Verbote. „Eine Vorgabe zur Gestaltung öffentlicher und privater Grundstücke ist nicht im Sinne der Stadt. Deswegen setzen wir uns dafür ein, dass solche Flächen als Lebensräume gestaltet werden, die für Mensch und Natur attraktiv und lebenswert sind“, heißt in Trier. Auch in Bitburg soll die Bevölkerung dazu animiert werden, ihre Vorgärten insektenfreundlich zu gestalten, um so die Zahl der Steingärten zu reduzieren. Steingärten seien auch in Wittlich ein Thema, sagt eine Sprecherin der Stadt. Es werde aber noch darüber diskutiert, ob in künftigen Bebauungsplänen vorgeschrieben werde, wie Freiflächen gestaltet werden sollen.

Ein landesweites Verbot von Steingärten sei nicht umsetzbar, heißt es aus dem rheinland-pfälzischen Umweltministerium. Man unterstütze aber Kommunen, die in zukünftigen Bebauungsplänen entsprechende Vorgaben machen wollen. „Mehr Grün in den Städten hilft ja nicht nur den Bienen und Insekten, sondern auch dem städtischen Klima“, sagt eine Ministeriumssprecherin.