1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Steuerzahlerbund prangert zu hohe Friedhofsgebühren im Land an - Urnengrab in Trier viermal so teuer wie in Daun

Steuerzahlerbund prangert zu hohe Friedhofsgebühren im Land an - Urnengrab in Trier viermal so teuer wie in Daun

Die Kommunen verlangen zu hohe Bestattungsgebühren. Das meint der rheinland-pfälzische Steuerzahlerbund. Er fordert Städte und Gemeinden auf, die Friedhofskosten deutlich zu senken, etwa durch den Verzicht auf Friedhofsgärtner.

Der Tod ist teuer. Und in einigen Städten so gar teurer als in anderen. So verlangt die Stadt Trier für die Bestattung in einem normalen Reihengrab 1965 Euro, in Konz sind es 1735 Euro, in Bitburg 1665 und in Wittlich 1217 Euro. Im Schnitt betragen die Gebühren in Rheinland-Pfalz 1441 Euro. Urnengräber kosten in Trier 1460, in Wittlich 707 und in Daun 330 Euro. Diese Zahlen hat der rheinland-pfälzische Steuerzahlerbund gemeinsam mit der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas ermittelt. Sie haben die Bestattungsgebühren in 60 Städten und Gemeinden im Land verglichen. Ergebnis: Die Gebühren für dieselbe Grabart weichen von Kommune zu Kommune teils um das Zehnfache voneinander ab.

Der Steuerzahlerbund kritisiert, dass solche Unterschiede viel zu hoch seien, und macht auch gleich Vorschläge, wie die Gebühren gesenkt werden könnten, etwa durch den Verzicht auf kommunal angestellte Friedhofsgärtner oder die Nutzung von zweckmäßigen Bestattungsorten statt parkähnlicher und damit pflegeintensiverer Friedhöfe.
In Trier hat man sich dieser Diskussion bereits gestellt. Auf vielen der insgesamt 17 städtischen Friedhöfe wurden zusätzliche Grünflächen angelegt. Zum einen, um so auf die rückläufige Zahl der Sargbestattungen zu reagieren. Und zum anderen sind Grünflächen einfacher zu pflegen. Zudem gelten sie als öffentliche Grünflächen und werden damit aus dem städtischen Haushalt finanziert und nicht über die Bestattungsgebühren.

Trotzdem hat die Stadt 2008 bei der Bewirtschaftung der Friedhöfe ein Defizit von 850.000 Euro eingefahren. Ein Gutachten kam zu dem Schluss, dass zwölf der 17 Friedhöfe geschlossen werden könnten. Stattdessen hat die Stadt die Gebühren erhöht. Auch in Bitburg wurden die Gebühren für die sieben städtischen Friedhöfe im Juli zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren erhöht, um das Defizit zu reduzieren. 250.000 Euro kosteten die Friedhöfe die Stadt jährlich, sagte ein Rathaussprecher.

Ruhe sanft und möglichst kostengünstig!