STICHWORT

Nachträgliche Sicherungsverwahrung Mord, Entführung, Vergewaltigung, schwerer Raub: Eine Sicherungsverwahrung kann nur bei schweren Straftaten verhängt werden. Geschieht dies, wird der Täter auch dann nicht aus dem Gefängnis entlassen, wenn er seine Haftstrafe verbüßt hat.

Vor 2004 war ein Beschluss zur Verwahrung nur direkt mit dem Urteil möglich. Seitdem kann er auch nachträglich beantragt werden, also auch, wenn der Täter schon im Gefängnis sitzt. Die Staatsanwaltschaft muss dann belegen, dass von dem Täter eine erhebliche Bedrohung für die Allgemeinheit ausgeht. Gibt ein Gericht dem Antrag statt, wird alle zwei Jahre überprüft, ob der Täter noch gefährlich ist: Falls nicht, wird er freigelassen. In besonders schweren Fällen endet die Sicherungsverwahrung nie. Die Unterbringung des Betroffenen ist auch in einer psychiatrischen Anstalt oder einer Entziehungsklinik möglich.(ts)