1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Straftaten treffen vor allem die Jugend

Straftaten treffen vor allem die Jugend

MAINZ. Erstmals seit drei Jahren ist die Kriminalität in Rheinland-Pfalz 2005 leicht zurückgegangen. Die innere Sicherheit wird dennoch ein zentrales Thema im Wahlkampf bleiben. Das hat eine Sondersitzung des Landtags-Innenausschusses gezeigt.

Das statistische Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, ist in Rheinland-Pfalz in den vergangenen Jahren zwar merklich gestiegen. Es bleibt jedoch noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Registrierte die Polizei 2001 noch 6501 Verbrechen und Gesetzesverstöße auf 100 000 Einwohner, liegt diese Häufigkeitszahl trotz des leichten Rückgangs der Kriminalitätsrate 2005 inzwischen bei 7332. Dagegen meldete das Bundesinnenministerium für 2004 (momentan die letzte verfügbare Zahl) durchschnittlich 8037 Straftaten. Rheinland-Pfalz ist ein sicheres Land, folgerte daraus Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) vor dem Innenausschuss. Die Kriminalität sei im Land seit 1993 um 27 Prozent gestiegen, bundesweit aber um zwei Prozent zurückgegangen, hielt die CDU dagegen. Die Zahl der Opfer von Straftaten sank im abgelaufenen Jahr um 4000 auf 192 000. Jugendliche und Her-anwachsende waren, gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil, am stärksten betroffen. Unter 100 000 Jugendlichen waren 7760 Opfer von Vergehen. Neben Kindern (bis 14 Jahre) mit 1308 sind vor allem Erwachsene ab 60 Jahren mit einer Häufigkeitszahl von 2610 am wenigsten betroffen. Die einzelnen Deliktgruppen zeigen ein sehr unterschiedliches Kriminalitätsbild. So sind Wohnungseinbrüche und PKW-Diebstähle nicht zuletzt wegen privater Sicherheitsvorsorge erheblich zurückgegangen.Weniger Betrug mit EC-Karten

Auch die Zahlen bei Betrug mit gestohlenen EC-Karten sind gesunken. Auf der anderen Seite haben Waren- und Warenkreditbetrug zugenommen. Ein Drittel der rund 15 900 Straftaten wurde mithilfe des Internets begangen. Seit vielen Jahren stetig zugenommen hat die Zahl der Drogendelikte, die sich 2005 auf 18 301 erhöhte (plus 4,3 Prozent). Während die CDU einen Anstieg der Rauschgiftkriminalität seit 1993 um 290 Prozent anprangert, verweist Bruch darauf, dass es sich bei diesen Delikten um Kontrollkriminalität handele. Steigende Zahlen spiegelten verstärkten Polizeieinsatz und ein Aufhellen des Dunkelfelds im Drogenbereich wider, sagte der Minister.