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Streit um Wildschweinjagd: Tierschützer contra Jäger

Streit um Wildschweinjagd: Tierschützer contra Jäger

Tierschützer im Land fordern ein Verbot der sogenannten Kirrjagd, bei der Wildschweine durch Futter angelockt und dann geschossen werden. Sie stehen mit ihrer Forderung allein auf weiter Flur. Auch die Landesregierung ist gegen ein Verbot.

Bei dem Streit, der seit einigen Tagen in Rheinland-Pfalz zwischen dem Landestierschutzbeirat und dem Jagdverband tobt, geht es aber gar nicht um generelle Bedenken gegen die Jagd und die Jäger. Helmut Stadtfeld, Vorsitzender des 13-köpfigen Expertengremiums, das die Landesregierung in Tierschutzfragen berät, ist gegen die Kirrjagd. Dabei werden Wildschweine durch Mais oder Getreide angelockt, um sie dann besser schießen zu können. Er sieht in Lockfütterung den Grund, warum sich die Wildschweine trotz der intensiven Bejagung weiter vermehren. Durch die Kirrung sei "in vielen Revieren der Tisch für unser Schwarzwild ganzjährig reich gedeckt", sagt Stadtfeld. Die Lockfütterung durch manche Revierinhaber ließe nur den Schluss zu, dass es ihnen "überhaupt nicht darum geht, die Schwarzwildpopulation zu senken, sondern im Gegenteil dafür zu sorgen, dass stets genügend Schwarzkittel da sind. Deren Bejagung ist nun mal ein faszinierendes Erlebnis."
Von einer ungehemmten Vermehrung durch die Lockfütterung könne gar keine Rede sein, sagt Erhard Bäder, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes. Außerdem würden die Tiere nur durch eine sehr geringe Menge Mais oder Getreide angelockt. Die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken stellt sich gegen den Tierschutzbeirat und spricht sich gegen ein Verbot der Kirrjagd aus.