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Streit ums Altpapier: Steigen jetzt die Müllgebühren in der Region?

Streit ums Altpapier: Steigen jetzt die Müllgebühren in der Region?

Möglicherweise muss künftig aus dem gesammelten Altpapier der Verpackungsmüll nachträglich aussortiert werden. Das verlangt ein Kölner Entsorgungsunternehmen vom Abfallzweckverband ART in Trier. Das könnte wegen des höheren Aufwands zu steigenden Müllgebühren führen.

Altpapier landet bei den meisten Bürgern in der Blauen Tonne. Sie unterscheiden dabei nicht, ob es sich um eine Zeitung oder eine Umverpackung der Zahnpasta-Tube handelt. Doch Papier ist nicht gleich Papier. Die Verpackungsverordnung schreibt vor, dass jedes Unternehmen, das Verpackungsmaterial - egal ob aus Plastik, Glas oder Papier - nutzt, dafür sorgen muss, dass dieses entsorgt und wiederverwertet wird. Dafür muss es bei zugelassenen Recyclingfirmen eine Lizenz kaufen, den sogenannten Grünen Punkt.

Während der so gekennzeichnete Plastikmüll getrennt im Gelben Sack gesammelt wird, landen Verkaufsverpackungen aus Pappe mit dem anderen Altpapier in einer Tonne. Und genau darüber streitet sich der für die Abfallentsorgung in Trier und Trier-Saarburg zuständige Zweckverband ART mit dem Kölner Entsorger Zentek. Der Ausgang dieses Streits könnte die Papiersammlung in ganz Deutschland ins Wanken bringen.

Zentek, eines von zehn Unternehmen, die den Grünen Punkt vergeben, bezahlte bis 2013 den ART dafür, dass dieser in Zenteks Auftrag den von ihm lizenzierten Verpackungsmüll einsammelt. Nach Darstellung von ART-Chef Max Monzel beteiligt sich Zentek nicht mehr an den Kosten für die Abholung der Papiertonnen. Begründung: Zentek wolle mit "seinem" Verpackungsmüll selbst Geld verdienen. Derzeit wird der gesamte Papiermüll (40.000 Tonnen in Trier und Trier-Saarburg) vom ART an Recyclingfirmen verkauft. Erlös pro Tonne: rund 100 Euro. ART hat gegen Zentek geklagt.

Doch die Richter entschieden: Zentek hat ein Recht auf "seinen" Papiermüll, der aus dem gesamten Altpapier aussortiert werden müsste. Der ART ist gegen das Urteil in Berufung gegangen. Im Landesumweltministerium geht man davon aus, dass der Richterspruch keine weitreichende Auswirkungen haben wird.

Die bereits vor einem Jahr in der Region Trier geplante Einführung von Biotüten lässt indes auf sich warten. Nach Monzels Angaben ist in diesem Jahr damit wohl nicht mehr zu rechnen , weil für die 86 regionalen Grüngutsammelstellen noch zusätzliche Auflagen zu erfüllen seien. Bei den Sammelstellen sollen die kompostierbaren Tüten mit den Speise- und Küchenabfällen abgegeben werden - freiwillig und unentgeltlich. Im Gegenzug hatte die für Abfallwirtschaft zuständige SGD Nord auf die Einführung einer Biotonne in der Region verzichtet. Mehr zum Thema

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