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Studie zu Zwangssterilisationen im Nationalsozialismus

Trier. Ein Projekt der Universität Trier hat neue Zahlen zu Zwangssterilisationen in der Region zur Zeit des Nationalsozialismus zu Tage gefördert. Demnach erfolgte ein entsprechender chirurgischer Eingriff im ehemaligen Regierungsbezirk Trier zwischen den Jahren 1934 und 1944 in mehr als 2200 Fällen, wie die Hochschule am Freitag in Trier mitteilte. dpa

Sogenannte Verfahren auf Unfruchtbarmachung vor dem damaligen Trierer Erbgesundheitsgericht wurden in dem Zeitraum knapp 3400 gezählt.

21 Ärzte seien auch als beisitzende Richter an Verfahren vor dem Erbgesundheitsgericht beteiligt gewesen und hätten so „maßgeblichen Einfluss auf die Beschlüsse“ gehabt. Amtsärzte aus der Region seien mit ihren Anträgen vor dem Gericht für mehr als drei Viertel der Verfahren verantwortlich gewesen.

Unter den Nazis war es auch zu einem Massenmord an behinderten Menschen gekommen, die NS-Machthaber stuften sie als „lebensunwert“ ein. Die Grundlage dafür wurde 1933 mit dem „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ geschaffen. Dem „Euthanasie“-Programm der Nazis fielen rund 300 000 Menschen zum Opfer. Viele davon waren zuvor zwangssterilisiert worden.