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Studierende und Mitarbeiter an der Universität Trier gehen auf die Barrikaden

Studierende und Mitarbeiter an der Universität Trier gehen auf die Barrikaden

Auf dem Tarforster Campus formiert sich eine Protestbewegung von ungewohnter Größe. Das Audimax als größter Hörsaal war zu klein, um alle Teilnehmer einer Kundgebung "gegen die Kürzungen im Hochschuletat" zu fassen.

Trier. Keiner der Protestierenden an der Trierer Uni weiß genau, was im Detail droht. Das Szenario, das der Vertreter der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Werner Dörr, gestern mit anschaulichem Zahlenmaterial entwickelte, lässt Schlimmes befürchten: kein Ausgleich der Lohn- und Gehaltssteigerungen durch das Land, Streichung von Professorenstellen, ersatzloser Wegfall der Einnahmen aus Langzeit-Studiengebühren.

Bei Dörr summiert sich das auf 200 Beschäftigtenstellen, die bis 2016 wegfallen. Das könnte das Aus für viele Fächer, ja sogar ganze Fachbereiche bedeuten. Das Land habe die Kürzungen im Haushalt "geschickt getarnt", viele Abgeordnete hätten "gar nicht gemerkt, was sie da beschließen", sagt Dörr.

Asta-Sprecher Kilian Krumm forderte die Hochschulleitung auf, sich nicht auf Spardiskussionen einzulassen und dafür zu sorgen, "dass wir diese Uni so behalten wie sie ist". Man dürfe sich nicht auseinanderdividieren lassen. Trier sei ohnehin personell unterbesetzt. Wolle man Fächer schließen, "dann werden wir die Uni eben besetzen".
Uni-Präsident Michael Jäckel, der als Gastredner auftrat, warnte davor, "Zahlen an die Öffentlichkeit zu bringen, die spekulativen Charakter haben". Angesichts der allgemeinen Finanzlage müsse sich die Uni fragen, "ob wir in allen Bereichen gut aufgestellt sind". Darüber wolle er zunächst mit dem Senat reden. Die Trierer Proteste sind derweil nach Mainz geschwappt. Während die CDU die Protestierenden lobte und die "aus dem Ruder gelaufene Hochschulplanung" der Landesregierung kritisierte, teilte das Ministerium mit, es gebe "keine aktuellen Gründe, die Ängste vor massiven Einschnitten rechtfertigen würden."