Tag der Entscheidung

TRIER/SAARBRÜCKEN. (ik) Heute fällt die Entscheidung, ob von kommender Woche an auch Landesbedienstete in Rheinland-Pfalz streiken. In Saarbrücken traten am Donnerstag mehr als 3000 Menschen im öffentlichen Dienst in den Ausstand.

Die Vertreter der Gewerkschaften schwiegen am Donnerstag beharrlich. Doch es gilt als sicher, was sie vortragen werden, wenn sie heute vor die Presse treten: Deutlich mehr als die notwendigen 75 Prozent haben bei den Urabstimmungen im öffentlichen Dienst für einen Streik plädiert. Auch in Rheinland-Pfalz hatten die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die Gewerkschaft der Polizei (GDP) und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Arbeiter und Angestellte im öffentlichen Dienst von Montag bis Donnerstag an die Urnen gerufen. Am Montag stimmten beispielsweise Mitarbeiter der beiden Trierer Hochschulverwaltungen und des Polizeipräsidiums der Stadt ab. Fällt das Ergebnis wie erwartet aus, wird von kommendem Montag an auch in Rheinland-Pfalz gestreikt. Anders als in anderen Bundesländern werden allerdings ausschließlich Landesbedienstete in den Ausstand treten. Die Bevölkerung spüre von den Streiks kaum etwas, versprechen die Gewerkschaften. Sie wollen mit den Aktionen die Arbeitgeber zum Abschluss eines Tarifvertrags drängen und eine Erhöhung der Arbeitszeit von 38,5 auf 40 Stunden verhindern. Das gefährde zahlreiche Arbeitsplätze, argumentieren sie. Im Saarland, wo bereits seit Mittwoch gestreikt wird, zogen am Donnerstag 3000 Menschen in einem Protestzug durch das Zentrum von Saarbrücken zum Innenministerium. Dort forderte Verdi-Chef Frank Bsirske die Länder zu "konstruktiven Tarifverhandlungen" auf.