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"Tanja, wir vermissen dich"

"Tanja, wir vermissen dich"

Am Samstag jährte sich zum ersten Mal der Tag, an dem die Trierer Studentin Tanja Gräff verschwand. Seit dem 7. Juni 2007 fehlt jede Spur von ihr. Freunde und Kommilitonen der Vermissten erinnerten mit einer ebenso lauten wie besinnlichen Aktion an fünf Standorten in Trier an das Schicksal der damals 21 Jahre alten Korlingerin.

Trier. "Möge ein Wunder geschehen", "Freundschaft", "Solange es keinen Grund gibt, nicht mehr zu hoffen, werden wir die Hoffnung nicht verlieren", war auf der Stellwand, die Tanjas Freunde auf dem Trierer Hauptmarkt positioniert hatten, zu lesen. "Mitgefühl" schrieb Hans Thielen. Er und seine Frau Gudrun sind Nachbarn der Familie Gräff. "Wir leiden mit. Am schlimmsten ist diese Ohnmacht, dass wir nichts tun können", sagte Gudrun Thielen unter Tränen. Dass es nach einem Jahr immer noch keine heiße Spur gibt, kann sie nicht begreifen. Außer ihnen waren auch Tanjas Eltern anwesend sowie Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen und Ermittler. Tiefe Betroffenheit

Zahlreiche Passanten blieben an den Aktionsständen stehen. Betroffen erinnerten sie sich an das mysteriöse Verschwinden, während sie das Foto, das die junge Frau während einer Wanderung im März 2007 zeigt, betrachteten. Um 13.50 Uhr wurde es laut: Aus Musikanlagen, die auf dem Hauptmarkt, Porta-Nigra-Platz, Kornmarkt, Domfreihof sowie Viehmarkt aufgebaut waren, erklang zeitgleich Musik: "Somewhere over the rainbow" nach Israel Kamakawiwoole, einen Titel, den die Freunde ausgewählt hatten und "Run" von Snow Patrol, eines von Tanjas Lieblingsliedern. Die unüberhörbare Musik stoppte auf den großen Plätzen der Stadt kurzzeitig das emsige Treiben. Christoph Krier ist einer der 20 Freunde, die die Aktion durchführten und auch die Suchaktionen stark unterstützt hatten. "Wir machen das hier für Tanja, ihre Eltern und uns." Christian Jäger, ein weiterer enger Freund der Vermissten, sagte: "Einerseits bin ich sehr traurig, dass es schon ein Jahr her ist, dass Tanja verschwand. Andererseits macht es mich glücklich, dass so viele Menschen hier sind und an sie denken." Auch das Schwanken zwischen Hoffnung und Realität kennzeichnete den Jahrestag. "Die Vernunft sagt, dass es unwahrscheinlich ist, dass Tanja noch lebt, aber die Hoffnung stirbt zuletzt", sagte Christoph Krier. Die Ermittlungskommission hat keine Anhaltspunkte, was in den frühen Morgenstunden geschah, als Tanja Gräff nach dem Sommerfest der Fachhochschule in Trier spurlos verschwand. wie/bre