1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Tempo 30, Schallschutz, Leihräder: So soll der Verkehrslärm abnehmen

Tempo 30, Schallschutz, Leihräder: So soll der Verkehrslärm abnehmen

Gehörprobleme, Schlafstörungen, Herzleiden: Verkehrslärm macht krank. Deshalb gründet Landes-Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) einen Runden Tisch mit Vertretern von Kommunen, Kirchen und Umweltverbänden.

Züge rattern über Schienen, Flugzeuge donnern durch die Luft, Autos brettern über Straßen: Verkehr ist Lärmquelle Nummer eins. Mindestens 32?000 Menschen sind in Rheinland-Pfalz laut Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) durch Straßenverkehr Lärm ausgesetzt, der langfristig die Gesundheit beeinträchtigt. In erster Linie ist Lärmschutz Aufgabe der Kommunen. Diese sind laut Bundes-Immissionsschutzgesetz verpflichtet, bis Juli 2013 Lärmaktionspläne aufzustellen. Das Land will nun für koordiniertes Vorgehen sorgen. "Die Zuständigkeiten sind ungeheuer zersplittert, daran scheitern bislang viele gute Absichten", sagt Höfken.

Das Land nimmt Lärmgrenzwerte, die von der Weltgesundheitsorganisation ermittelt wurden, ins Landesrecht auf. Ministerin Höfken stellt außerdem 300?000 Euro für Pilotprojekte bereit. Ein Runder Tisch hat erste Maßnahmen erarbeitet:

Tempolimits: In Trier und Mainz werden für ein Jahr an innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen nächtliche Tempolimits erprobt. Wo genau, wird mit der Stadt festgelegt, die das beim Land beantragt hat.

Mehr Fahrräder: In Trier und Ludwigshafen werden Fahrradverleihsysteme gefördert.

Akustikdecken: In der Verbandsgemeinde Konz werden in Kitas und Schulen Akustikdecken eingebaut, die störenden Schall unterdrücken sollen.

Anderer Fahrstil: In Ludwigshafen wird getestet, wie durch veränderte Fahrstile (Eco-Drive) Lärm reduziert werden kann.

Handlungsbedarf sieht der Runde Tisch für den Flughafen Hahn. Im Dezember will er weitere Pilotprojekte für Lärmschutz vorlegen.

Der ADAC hält ein generelles Limit von Tempo 30 in Städten für falsch, hat aber "gegen Feldversuche nichts einzuwenden", sagt Reinhard Moll, Sprecher des ADAC Mittelrhein. Er gibt zu bedenken, "dass es immer auf die Fahrweise ankommt - man kann mit Tempo 50 geräuschärmer fahren als mit 30".