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Termine und Ablauf: So werden 12- bis 17-Jährige in der Region geimpft

Fragen und Antworten : Termine und Ablauf: So werden 12- bis 17-Jährige in der Region geimpft

Wann es losgeht, ob Eltern Termine brauchen, warum Ärzte beim Impfen von Kindern und Jugendlichen zurückhaltend sind. Die wichtigsten Fragen&Antworten auf einen Blick.

Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren dürfen sich nun auch in Impfzentren gegen das Coronavirus schützen lassen, wenn sie sich vorher vom Arzt beraten lassen.

Ab wann impfen die Impfzentren im Raum Trier 12- bis 17-Jährige?

Die Impfzentren in Bitburg und Wittlich legen nach Angaben von Sprechern der Kreisverwaltungen bereits am heutigen Mittwoch los. In Trier starten die Impfungen von 12- bis 17-Jährigen genau eine Woche später, am 11. August. Das teilte Michael Schmitz, Sprecher der Stadt, mit. Und Hillesheim? „Wir peilen an, dass ab der kommenden Woche ab Mittwoch, Freitag und Samstag geimpft wird“, sagte eine Sprecherin des Vulkaneifelkreises.

Braucht es einen Termin?

In Bitburg, Wittlich und Hillesheim ist das nicht nötig, heißt es aus den Verwaltungen. Das Trierer Impfzentrum setzt dagegen auf einen Termin, falls 12- bis 17-Jährige geimpft werden sollen. Diesen können Eltern telefonisch unter 0800/575-8100 oder im Internet unter www.impftermin.rlp.de vereinbaren. 200 Anfragen lagen dort bereits gestern vor.

Welche Stoffe verimpfen Zentren an Kinder und Jugendliche?

Biontech – das sagt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Woran müssen Eltern denken?

Ärzte sollen die Kinder und Eltern zuvor in einem Gespräch über die Risiken der Impfung aufklären. Die Eltern müssen eine schriftliche Einverständniserklärung unterschreiben. Sorgeberechtigte müssen daher in den Zentren mit vor Ort sein. Kinder und Jugendliche brauchen in den Impfzentren ein Dokument, in dem sie ihr Alter nachweisen – wie die Geburtsurkunde, den Schülerausweis oder die Gesundheitskarte. Darauf weisen alle Kommunen hin.

Ist das Impfen von Kindern und Jugendlichen ungefährlich?

Es fehle noch an Daten aus den USA, die bereits 12- bis 17-Jährige impfen, heißt es von der Ständigen Impfkommission (Stiko). Diese empfiehlt bislang, Kinder und Jugendliche zu impfen, die Vorerkrankungen haben und ein größeres Risiko auf einen schweren Corona-Verlauf. Grundsätzlich rät sie nicht davon ab, 12- bis 17-Jährige zu impfen, fordert aber ein ärztliches Beratungsgespräch. Auch Arztpraxen haben dies bereits anzubieten.

Warum entfacht die Entscheidung trotzdem Ärger – und bei wem?

Das Mainzer Stiko-Mitglied Fred Zepp weist darauf hin, dass sich die Stiko zwar nicht gegen Impfungen ausspreche. Man bewerte aber den Nutzen für Kinder und Jugendliche gegenwärtig nicht so hoch, dass sie das noch unbekannte Risiko von Nebenwirkungen eingehen müssten. Trotz Delta-Variante erlebe man in Deutschland keine steigende Aufnahme von Kindern und Jugendlichen in Kinderkliniken. „Die politische Entscheidung, die Impfangebote für 12- bis 17-Jährige auszuweiten, ist grundsätzlich möglich und vielleicht  auch ein wenig dem Wahlkampf geschuldet“, sagt Zepp.

Christian Neumann, Sprecher des rheinland-pfälzischen Kinder- und Jugendärzteverbandes, wirft der Politik vor, „die Stiko als unabhängiges Gremium unter Druck zu setzen“. Das sei Wasser auf die Mühlen von Impfgegnern. Natürlich stünden die Kinder und Jugendärzte bereits, die verunsicherten Eltern zu beraten und gegebenenfalls Impfungen durchzuführen. Neumann fordert jedoch erst einmal die Erwachsenen auf, sich impfen zu lassen, damit Kindern nach den Ferien nicht ein erneuter Schul-Lockdown drohe. „Jetzt sind andere Bevölkerungsgruppen dran, von ihren Egoismen herunterzukommen und sich impfen zu lassen“, sagt Neumann.

Heidi Weber vom rheinland-pfälzischen Hausärzteverband spricht davon, Risiken und Nutzen der Impfung abzuwägen. „Kinder und Jugendliche haben ein extrem geringes Risiko, einen schweren Corona-Verlauf zu erleiden“, sagt Weber, die eine Praxis in Bitburg leitet. Auf Wunsch von Eltern und Kindern würden in Rheinland-Pfalz aber auch schon 12- bis 17-Jährige nach Beratung in Praxen geimpft – pro Woche rund 6000 im Schnitt, sagt Weber.

Wie steht das Land zum Impfen von Kindern und Jugendlichen?

Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) sagt, die Beschlüsse stünden in Einklang mit den Stiko-Empfehlungen. Bereits in den Arztpraxen habe es die Möglichkeit gegeben, 12- bis 17- Jährige nach ärztlicher Aufklärung eine Impfung gegen das
Coronavirus anzubieten. Diese Möglichkeit gebe es nun auch  in den Impfzentren. Dort sei der Zulauf geringer geworden. Seien dort in der Spitze rund 22 000 Menschen pro Tag geimpft worden, seien es nun rund 12 000. Insgesamt umfasse die Gruppe der 12- bis 17-Jährigen knapp 240 000 Menschen im Land. 17 Prozent davon seien mindestens einmal geimpft worden.