Terror in Barcelona

Ein Lieferwagen rast in der spanischen Metropole in eine Menschenmenge, es gibt Tote und Verletzte. Die Polizei bestätigt, dass es sich um einen Anschlag handelt. Die Hintergründe der Tat sind zunächst unklar.

Barcelona (dpa) Bei einem Terroranschlag auf Barcelonas berühmter Flaniermeile Las Ramblas hat es am Donnerstagabend nach Berichten lokaler Medien mindestens zwölf Tote und mehr als 20 Verletzte gegeben. Demnach war ein Lieferwagen im Zentrum der Stadt in eine Menschenmenge gerast. Die katalanische Polizei bestätigte, dass es sich um einen Terroranschlag gehandelt habe. Sie sprach von Toten und Verletzten, ohne Zahlen zu nennen. Man könne derzeit noch nicht sicher sagen, was genau passiert sei, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Ein Großaufgebot suche nach dem Täter.
Fotos von Anwohnern im Internet zeigten Leichen am Straßenrand. Die betroffene Gegend wurde weiträumig abgesperrt. Polizeimitarbeiter hätten bestätigt, dass sich der oder die Täter in einer Bar im Bezirk Raval verschanzt hätten, berichtete die Zeitung La Vanguardia.
Augenzeugen sprachen im staatlichen spanischen Fernsehen von einem Einzeltäter, der Anfang 20 gewesen sein soll. Der weiße Lieferwagen sei ungebremst mit etwa 80 Stundenkilometern in die Menge gerast. Die Beamten waren mit einem großen Aufgebot vor Ort und forderten die Bevölkerung auf, die Region zu meiden. Zahlreiche Krankenwagen waren im Einsatz. Viele Menschen liefen in Panik über die Straßen. Naheliegende U-Bahn-Stationen seien geschlossen worden, hieß es. Auch andere Verkehrsmittel standen still.
Der Verkehr im Zentrum der Stadt sei zusammengebrochen, berichteten Augenzeugen. Die Geschäfte auf den Ramblas hätten geschlossen und ihre Fensterläden heruntergelassen.
Nach dem tödlichen Zwischenfall hat das Auswärtige Amt seine Sicherheitshinweise für Spanien aktualisiert. "Reisenden wird geraten, den Bereich weiträumig zu meiden, den Anweisungen der Sicherheitskräfte Folge zu leisten und sich über die lokalen Medien zu informieren", teilte das Auswärtige Amt am Donnerstagabend mit.
Seit vergangenem Sommer war es in Europa wiederholt zu Anschlägen mit Fahrzeugen gekommen. Im Juli 2016 raste ein Attentäter mit einem Laster auf dem Strandboulevard von Nizza in eine Menschenmenge. 86 Menschen starben. Beim Anschlag mit einem gekaperten Laster auf den Berliner Weihnachtsmarkt kamen im Dezember zwölf Menschen ums Leben. Im Frühjahr 2017 gab es zudem tödliche Attacken mit Fahrzeugen in London und Stockholm.Extra: DIE FLANIERMEILE VON BARCELONA

Barcelona

Barcelona (dpa) Die Flaniermeile Las Ramblas (auch: La Rambla) ist die berühmteste Straße von Barcelona. Die knapp 1,3 Kilometer lange Promenade im Zentrum der Stadt führt vom Plaça de Catalunya im Norden bis zum Alten Hafen am südlichen Ende. Mit seinen historischen Häusern, der alten Markthalle und dem Liceu-Theater sowie den Blumenhändlern und Straßenkünstlern zählt der Boulevard zu den Hauptattraktionen für Touristen. Entlang der Ramblas und in den Seitengassen befinden sich zahlreiche Hotels, Restaurants und Hostels.