Teurer Tod - Friedhofsgebühren bringen Gemeinden in Bedrängnis

Teurer Tod - Friedhofsgebühren bringen Gemeinden in Bedrängnis

Eine deutschlandweite Erhebung der Friedhofsgebühren zeigt, dass Sterben 2012 deutlich teurer geworden ist. Auch in der Region Trier sind die Kosten vielerorts explodiert. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede.

Trier/Bitburg/Wittlich. So unschön es auch ist, über dieses Thema nachzudenken: Wer seinen Angehörigen nicht zur Last fallen will, sollte erwägen, für die eigene Beerdigung zu sparen. Denn die Friedhofsgebühren sind 2012 in ganz Deutschland stark gestiegen - mancherorts um mehr als das Doppelte. Das hat eine vom Verbraucherportal Bestattungen.de in Auftrag gegebene Auswertung gezeigt. Und das zeigt sich auch beim Blick in die Region. So hat Konz seine Grabgebühren 2012 mehr als verdoppelt: Ein normales Grab anzulegen kostet nun 920 statt 450 Euro, Urnengräber 390 statt 170. In Serrig sind die Gebühren Anfang 2013 um 50 Prozent gestiegen. Ein Reihengrab kostet nun 600 statt 400 Euro. Dennoch sind dies Kosten, von denen man in anderen Orten nur träumen kann. Gibt es doch extrem große regionale Unterschiede. So kostet ein Einzelgrab in Bitburg (1420 Euro) fast zehn Mal so viel wie eines in Arzfeld (150 Euro).
Den Bestattungsexperten zufolge sind unter anderem starke Haushaltsdefizite Ursache der Entwicklung. Für Trier trifft das sicher zu. 2008 entbrannte eine emotionale Debatte, nachdem feststand, dass die 17 Friedhöfe ein Minus von 850 000 Euro erwirtschaftet hatten. Selbst über die Schließung von Friedhöfen wurde diskutiert. Inzwischen hat die Stadt ihre Gebühren erhöht. So kostet das Abräumen eines Grabs nun mehr als das Sechsfache (200 statt 31 Euro).
Grund für die oft drastischen Erhöhungen ist aber auch, dass die Gebühren vielerorts über Jahre hinweg gleich blieben. Da Gemeinden eigentlich verpflichtet sind, kostendeckend zu arbeiten, steigen die Gebühren - wenn Politiker dieses unliebsame Thema dann doch auf die Agenda setzen - meist stark. Das könnte auch Bernkastel-Kues drohen, das trotz eines jährlichen Friedhofsdefizits von 80 000 Euro seit 2002 nicht an der Kostenschraube gedreht hat. Als weitere Ursache der Erhöhungen sehen Experten mangelhafte Planung. "Die enorm gestiegene Nachfrage nach Urnengräbern sorgt für starke Einnahmedefizite", sagte Bestattungen.de-Geschäftsführer Fabian Schaaf. Große und teure Erdgräber würden immer seltener gewünscht. "Der Trend zur günstigen Urne wurde vielerorts verschlafen", sagt Schaaf. Und so haben viele Orte nun mehr Friedhofsflächen als benötigt. Gepflegt werden müssen sie trotzdem. Kurz: Experten rechnen damit, dass die Gebühren weiter steigen.

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