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Tourismus-Streit: Kreis rügt Fehler

Tourismus-Streit: Kreis rügt Fehler

Die Verantwortlichkeiten waren unklar, die Vorgaben hinsichtlich Spenden, Sponsoring und Vergaben wurden missachtet, und die Kosten liefen aus dem Ruder: Diese Vorwürfe enthält der Prüfbericht der Kommunalaufsicht zum Traben-Trarbacher Mosel-Wein-Nachts-Markt.

Traben-Trarbach. Wer ist schuld am Defizit des Traben-Trarbacher Mosel-Wein-Nachts-Markts? Diese Frage beschäftigt schon seit Monaten die Moselstadt. Zu Beginn als fulminanter Erfolg gefeiert, ist die Veranstaltung in den unterirdischen Weinkellern der Stadt immer mehr zum Zankapfel geworden. Denn anstelle von Einnahmen, nämlich 34 040 Euro, mit denen die Stadt zu Beginn gerechnet hat, steht am Ende der Abrechnung nun ein Minus von 121 385 Euro.
Das hat die Prüfung durch die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich ergeben. Sie wurde als neutrale Instanz hinzugezogen, um die Abwicklung des Weihnachtsmarkts auf ihre Richtigkeit zu prüfen.
Stadt und VG auf der einen und der ehemalige Leiter der Tourist-Information auf der anderen Seite geben sich gegenseitig die Schuld an der Misere. Inzwischen haben sich zwei Lager in Traben-Trarbach gebildet.
Der Prüfbericht mahnt vor allem an, es sei nicht festgeschrieben worden, wer für welche Aufgaben zuständig ist. Außerdem seien bei der Kalkulation der Einnahmen und Ausgaben Fehler gemacht und die Vergabe-Richtlinien nicht eingehalten worden. Als der Markt dann lief, hätten die Organisatoren die Kostenentwicklung nicht ausreichend im Blick gehabt. Insgesamt vermisst der Kreis beim Wein-Nachts-Markt eine wirtschaftliche Haushaltsführung. Er rät, künftig sollten Externe die Veranstaltung organisieren - mit begrenzter Unterstützung durch die Stadt. Heute befasst sich der Stadtrat Traben-Trarbach mit dem Prüfbericht sowie Sponsoringleistungen. Ein erneuter Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Trier steht am Mittwoch, 13. Juni, an. Dann geht es um die Frage, ob die Stadt ihrem ehemaligen Tourismuschef Matthias Holzmann zu Recht gekündigt hat. Sie wirft ihm vor, bei der Bewerbung falsche Angaben gemacht zu haben.uq