1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Transkulturelles ethnographisches Kino: Das Trierer Filmfestival

Film : Mal ganz tief ins Leben anderer Kulturen eintauchen

Ethnografische Filme sind mehr als Dokus. Ein digitales Festival der Uni Trier erlaubt es, das Leben fremder Ethnien aus vertrauter Nähe zu verfolgen.

Iranische Frauen, die dem Fahrer in den Straßen von Teheran ihre Liebesgeschichte erzählen. Japanische Studenten, die das Imkern erlernen und sich dabei tief bewegt Gedanken über die Artenvielfalt machen. Äthiopische Bauern, die unwirtliche Berghänge in fruchtbaren Boden verwandeln und ihre Ernte mit Pilgern teilen,

Was diese unterschiedlichsten Menschen miteinander vereint: Die Geschichte ihres Lebens wird in Filmen erzählt, die vom 25. bis zum 31. Januar bei einem digitalen Filmfestival der Universität zu sehen sind. Organisiert wird dies von Studierenden der Ethnologie unter Leitung von Dr. Anett Schmitz und Prof. Dr. Michael Schönhuth.

Zu sehen sind 17 verschiedene Filme. „Der Zuschauer erlebt die fremde Kultur hautnah“, sagt Anett Schmitz. Denn ethnografische Filme basierten auf Langzeitforschung, bei der die Regisseure viel Zeit mit den Protagonisten aus fremden Kulturen verbringen, ihren Alltag miterleben und große Nähe aufbauen. „Alles ist so vertraut, dass man die Menschen in ihrem Alltag filmen kann“, erklärt die Ethnologin.

Die Filme seien nicht unbedingt inszeniert schön. Es gehe nicht um Ästhetik. Sondern darum, eine besondere Verbindung zu den Menschen vor Ort herzustellen und die Lebensbedingungen einer ausgewählten Gruppe, ihre Wertvorstellungen oder Wirtschaftsweisen am Beispiel einiger Hauptpersonen möglichst  authentisch wiederzugeben.

Angeboten wird das Filmevent in Kooperation mit GIEFF e.V., verantwortlich für das international renommierte „Goettingen International Ethnographic Film Festival (GIEFF)“. Dieses stellt die Dokus bereit, die die Studierenden nach „intensiver Auswahldiskussion“ zusammengestellt haben. Auch haben die Studierenden dafür gesorgt, dass es eine eigene Webseite für das Trierer Festival gibt. Unterstützt wurden sie dabei von FH-Studierenden, die bei der technischen Gestaltung geholfen haben. Die Idee für das Festival entstand aus einem Studienprojekt zum Thema „Der ethnologische Film: ein unterrepräsentiertes Filmgenre“ in der Abteilung Ethnologe.

Nicht nur Wissenschaftler – auch Interessierte aus der Region (oder der ganzen Welt) – können so neueste ethnografische Produktionen kennenlernen und in Zeiten des Lockdowns auf Reise in ferne Länder gehen.

 Im Hochland Nordäthiopies teilen Bauern ihre hart erarbeitete Ernte mit Pilgern.
Im Hochland Nordäthiopies teilen Bauern ihre hart erarbeitete Ernte mit Pilgern. Foto: TV/Ivo Strecker
 Iman Behrouzis neuer Dokumentarfilm handelt von Liebe und Selbstaufopferung im Iran.
Iman Behrouzis neuer Dokumentarfilm handelt von Liebe und Selbstaufopferung im Iran. Foto: TV/Iman Behrouzi
 Bienenzucht ist in Japan ein neues Phänomen. Der Film „First Harvest“ begleitet Jung-Imker.
Bienenzucht ist in Japan ein neues Phänomen. Der Film „First Harvest“ begleitet Jung-Imker. Foto: TV/Martin Gruber

„Transkulturelles ethnographisches Kino: Das Trierer Filmfestival“ wird vom 25. bis zum 31. Januar online angeboten. Näheres unter: www.transkulturelleskino.de