Traumergebnis garantiert

Ein halbes Jahr vor der Landtagswahl nominiert die rheinland-pfälzische CDU am Wochenende ihre Spitzenkandidatin Julia Klöckner. Die 42-jährige Parteichefin kann wie vor fünf Jahren mit einem Traumergebnis rechnen. Auch ihr Generalsekretär Patrick Schnieder stellt sich der Wiederwahl.

Trier. Auf der Internetseite der rheinland-pfälzischen CDU läuft der Countdown. Eine digitale Uhr zählt die Tage, Stunden, Minuten und Sekunden bis zum 13. März rückwärts. Dann wird in Rheinland-Pfalz gewählt. Der Countdown vermittelt den Eindruck, als sehnte die CDU diesen Tag herbei. Die Hoffnung jedenfalls ist groß, dass die Christdemokraten nach dann einem Vierteljahrhundert in der Opposition endlich wieder den Ministerpräsidenten stellen. Julia Klöckner, christdemokratische Landes- und Fraktionschefin, soll es im zweiten Anlauf richten. Auf einem Parteitag im pfälzischen Frankenthal soll Klöckner am Samstag als Spitzenkandidatin nominiert werden. Alles andere als ein sozialistisch anmutendes Wahlergebnis von an die 100 Prozent wäre eine faustdicke Überraschung.Unumstrittene Nummer eins


Auf dem Nominierungsparteitag in Bingen vor fünf Jahren holte Julia Klöckner 99,5 Prozent, auf dem Bezirksparteitag in Morbach ein halbes Jahr später gar satte 100 Prozent. Würden die Zustimmungswerte in Frankenthal sinken, gäbe dies schon Anlass zu Spekulationen. Doch damit sei nicht zu rechnen, sagen Parteiinsider. Die ehemalige Weinkönigin, Journalistin und Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium gilt in der Landes-CDU als unumstrittene Nummer eins. Klöckner hat es geschafft, die intern jahrzehntelang zerstrittene Partei zu einen und mit neuem Selbstbewusstsein auszustatten. Nun, das sagen viele in der Union, liege ein Erfolg bei der Landtagswahl in greifbarer Nähe.Landtagswahl 2016


Mit zu dem angestrebten Wahlsieg beitragen soll der Eifeler CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder. Nach dem Willen Klöckners soll der 47-Jährige in Frankenthal als Generalsekretär wiedergewählt werden. Auch der unter anderem für die Abteilung Attacke zuständige 2,02-Meter-Mann Schnieder fuhr bei seiner Wahl zum General zuletzt ein Topergebnis ein.
Entschieden ist unterdessen, in welcher Reihenfolge die CDU-Landtagsbewerber aus der Region Trier auf die Bezirksliste kommen. Das ist vor allem für die Kandidaten von Interesse, die bei der Landtagswahl im März um ein Direktmandat bangen müssen oder kaum Chancen haben, ihren Wahlkreis direkt zu gewinnen. Die vom CDU-Bezirksvorstand festgelegte Reihenfolge ist: Alexander Licht, Bernd Henter, Michael Billen, Elfriede Meurer, Arnold Schmitt, Udo Köhler und Gordon Schnieder.
Gordon Schnieder hat gute Chancen auf ein Direktmandat, für den Trierer Udo Köhler wird es als Herausforderer von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) dagegen schwer. Der 52-jährige Architekt muss auf eine gute Platzierung auf der Landesliste hoffen (wird Ende November aufgestellt) und auf ein gutes Abschneiden der CDU bei der Wahl.