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Traurige Gewissheit: Der stadtbekannte Trierer Alois Ludes lebt nicht mehr

Traurige Gewissheit: Der stadtbekannte Trierer Alois Ludes lebt nicht mehr

Eine Pilzsammlerin hat bei Salmtal im Wald menschliche Knochen entdeckt. Die DNA-Analyse hat nun bestätigt, dass es sich um die Überreste des stadtbekannten vermissten Trierers Alois Ludes handelt. 2014, als Ludes spurlos verschwand, gab es im Bereich des Polizeipräsidiums 1524 Vermisstenfälle.

Jahrzehntelang gehörte dieser Mann mit seinen langen weißen Haaren , seinem Rauschebart und seinem Besenstiel, den er als Gehstock nutzte, fest zum Stadtbild Triers. Wer dort oft unterwegs ist, dürfte Alois Ludes irgendwann begegnet sein - im Dom oder an einer Theke, auf dem Hauptmarkt oder im Café. Und so erhielt die Polizei ungewöhnlich viele Hinweise aus der Bevölkerung, als der 88-Jährige am 24. Juli 2014 spurlos verschwand.

Seit gestern gibt es die Gewissheit, dass Ludes nicht mehr lebt. Eine Pilzsammlerin hat in einem Waldstück bei Salmtal, Knochen und einen Herrenstiefel gefunden - die sterblichen Überreste eines Mannes. Die DNA-Analyse bestätigte nun die Vermutung der Polizei, dass es sich um den Vermissten handelt, der in der Nähe des Fundortes ein Grundstück besaß. Eckhard Otto, Erster Kriminalhauptkommissar und Leiter der Abteilung K1, die nach Ludes suchte, hatte vermutet, dass es so kommen würde. "Alois Ludes wollte immer seine Freiheit haben und er hatte eine starke Bindung zur Natur", sagt der Polizist. Dass der Senior einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sein könnte, glaubt er nicht. "Das war kein Opfertyp", sagt Otto. Da ein Großteil des Skeletts fehlt, lässt sich Genaueres allerdings nicht sagen.

Seit Ludes verschwand, brachten ungewöhnlich viele zufällige Knochenfunde traurige Gewissheit. Im Mai 2015 entdeckten Arbeiter beim Roden eines Hangs die sterblichen Überreste von Tanja Gräff, die seit 2007 gesucht wurde. Im Frühjahr 2014 fanden Jugendliche in der Kyll das Bein eines vermissten Eifelers. Und bei Osann-Monzel klärte sich ein Vermisstenfall diesen August unter tragischen Umständen nach 16 Jahren: Nachdem ein 18-jähriger bei einem Unfall tödlich verunglückte, suchten seine Angehörigen die Böschung hinter der Leitplanke ab. Dort fanden sie eine Geldbörse und Knochen. Diese gehörten einem 20-Jährigen, der 1999 verschwunden war. Nur ein kleiner Teil der 1524 Vermisstenfälle, die es 2014 präsidiumsweit gab, endete derart tragisch. Doch gibt es Tendenzen, die der Polizei Sorgen bereiten.