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Trauriger Rekord: Todesrate in Rheinland-Pfalz so hoch wie noch nie - In der Stadt Trier sterben auffällig viele Menschen an Lungenkrebs

Trauriger Rekord: Todesrate in Rheinland-Pfalz so hoch wie noch nie - In der Stadt Trier sterben auffällig viele Menschen an Lungenkrebs

46.777 Rheinland-Pfälzer sind vergangenes Jahr gestorben, so viele wie noch nie. Die Ursache liegt darin, dass die Menschen und die gesamte Gesellschaft immer älter werden – was auch dazu führt, dass die Zahl der tödlichen Krebserkrankungen zunimmt.

Es klingt zunächst nach einer Katastrophenmeldung: Im Jahr 2015 sind in Rheinland-Pfalz so viele Menschen gestorben wie noch nie zuvor. 46.777 Rheinland-Pfälzer haben ihr Leben 2015 verloren - fast sechs Prozent mehr als im Vorjahr.

So schrecklich jeder einzelne Todesfall für Familie und Freunde ist - hinter diesen Zahlen des Statistischen Landesamts verbirgt sich erstaunlicherweise sogar ein erfreulicher Trend. "Die Lebenserwartung ist stark gestiegen", sagt Dr. Harald Michels, Leiter des Trierer Gesundheitsamtes. Und in einer älteren Bevölkerung komme es naturgemäß zu mehr Todesfällen. Frauen werden mit durchschnittlich 81 Jahren deutlich älter als Männer (75 Jahre).

Dass die Zahl der Todesfälle 2015 so hoch ist, dürfte maßgeblich damit zu tun haben, dass der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung stark gestiegen ist. Aber auch der extrem heiße Sommer 2015 könnte eine Rolle spielen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren mit einem Anteil von 40 Prozent die häufigste Todesursache. Rund ein Viertel aller Sterbefälle (11.172) ist auf Krebs zurückzuführen.
Besorgniserregend ist - zumindest auf den ersten Blick - dass die Zahl der tödlichen Krebserkrankungen in den vergangenen Jahrzehnten stark gestiegen ist : 1960 starben 195 von 100.000 Rheinland-Pfälzern an bösartigen Tumoren, 2014 waren es 289 von 100.000.

Doch auch dafür hat Michels eine Erklärung: Dank einer besseren medizinischen Versorgung müssen Herzinfarkte und andere Herz-Kreislaufstörungen heute kein Todesurteil mehr sein. "Früher gab es keine Bypassoperationen", sagt Michels. Die Menschen leben heute länger. Und weil sie so alt werden, funktionieren die Abwehrkräfte irgendwann nicht mehr: Das Immunsystem erkennt und eliminiert veränderte Zellen nicht, so dass Krebs entsteht.

Auffällig ist, wie viele Menschen in Trier an Krebs sterben. Insbesondere beim Lungenkrebs ist der Unterschied zu anderen Städten groß. Michels, der das Phänomen vor einigen Jahren mit der Uni Trier untersucht hat, führt dies auf das andere Rauchverhalten zurück. Wegen der günstigen Tabakpreise in Luxemburg konsumierten Raucher hier zwei- bis dreimal so viele Zigaretten wie in Köln.

Hinzu kommen laut anderen Untersuchungen negative Einflüsse wie die Tal-Lage der Stadt Trier und die hohe Feinstaubbelastung durch LKW, die durch die City rollen.