Mit interaktiver Grafik Wo Eigentümer in der Region Trier die höchste Grundsteuer zahlen

Region · Wer Land besitzt, muss Grundsteuer abtreten. Wie hoch sie ist, kann jedoch von Ort zu Ort stark unterschiedlich sein, manchmal um ein Vielfaches. Wo Grundbesitzer besonders zur Kasse gebeten werden.

 Doppelt so hohe Steuern für ein Grundstück? Die Unterschiede bei der Grundsteuer sind auch in der Region Trier teils enorm (Symbolbild).

Doppelt so hohe Steuern für ein Grundstück? Die Unterschiede bei der Grundsteuer sind auch in der Region Trier teils enorm (Symbolbild).

Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Wer ein Grundstück besitzt, zahlt in Deutschland Grundsteuer darauf, sei es nun ein Wald, eine Wiese oder ein Grundstück mit Wohnhaus. Sie ist eine der ältesten bekannten Steuerarten und ist vor allem als Geldquelle für Kommunen wichtig. Diese finanzieren mit dem Geld zahlreiche Projekte, wie Schulen oder Infrastruktur.

Hoher Hebesatz bei Grundsteuer hat Vor- und Nachteile für Kommunen

Wie viel man zahlt, hängt vor allem von der Größe des Grundstücks ab und ob dieses bebaut ist oder nicht. Jede Kommune multipliziert die zu zahlenden Steuern aber noch mit ihrem eigenen Hebesatz, um so teilweise ein Vielfaches der eigentlichen Steuern einzunehmen. Den Rekord in Deutschland hält die Gemeinde Lorch bei Stuttgart, wo Grundstücksbesitzer wegen eines Hebesatzes von 1050 Prozent mehr als das Zehnfache der eigentlichen Grundsteuer zahlen.

Ein hoher Hebesatz bringt den Kommunen zwar eine Menge Geld ein, hat aber auch einen Nachteil: Das Land wird für Eigentümer und potenzielle Investoren uninteressanter. Je günstiger der Hebesatz ist, desto attraktiver ist das Land für Eigentümer oder Käufer, die es erwerben und nutzen wollen. Ein hoher Hebesatz kann im Umkehrschluss auch die Ansiedlung weiterer Unternehmen oder den Bau neuer Wohnhäuser gezielt erschweren.

Betroffen von der Höhe der Grundsteuer sind allerdings nicht nur Grundeigentümer oder Immobilienbesitzer, sondern tatsächlich fast alle. Denn die Grundsteuer, die der Eigentümer für ein bebautes Grundstück zahlt, kann als Betriebskosten auf die Mieter umgelegt werden. Daher wirkt sich die Höhe des Hebesatzes in einer Gemeinde auch auf die Mieten aus.

Vulkaneifel: Doppelt so hohe Grundsteuer von Ort zu Ort

Die größten Unterschiede im Hebesatz gibt es in der Region Trier laut dem statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz in der Vulkaneifel (Stand 12.09.2023). Sowohl die Spitzenhebesätze als auch die günstigsten Steuersätze lassen sich hier finden.

Während man beispielsweise in Orten wie Bereborn (270 Prozent) oder Walsdorf (290 Prozent) nur knapp das dreifache der eigentlichen Grundsteuer zahlt, wird man im wenige Kilometer entfernten Lissendorf (750 Prozent) mit einem mehr als siebenfachen Hebesatz zur Kasse gebeten. Daun ist mit einem Hebesatz von 550 Prozent sogar gleichauf mit der Stadt Trier und damit Spitzenreiter unter den Städten der Region. Gerolstein liegt mit einem Hebesatz von 525 Prozent über dem Landesdurschnitt von 481 Prozent.

Ähnlich starke Unterschiede gibt es auch im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Die Gemeinde Waxweiler (690 Prozent) belegt sogar den zweiten Platz des teuersten Hebesatzes in der Region. In Orten wie Steinborn (290 Prozent) hingegen zahlt man nicht einmal die Hälfte an Grundsteuer.

Unter den Städten in der Region müssen nach Trier und Daun vor allem Grundbesitzer in Thalfang (500 Prozent) und Bitburg (500 Prozent) tiefer in die Tasche greifen. Besonders günstig ist die Grundsteuer in Morbach (465 Prozent), Konz (465 Prozent) und Wittlich (465 Prozent).

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