Trier-Paris in zweieinhalb Stunden?

Trier-Paris in zweieinhalb Stunden?

TRIER. Neue Wege beim öffentlichen Personenverkehr mit Bahn und Bus: Das streben die Verkehrsminister von Rheinland-Pfalz und Luxemburg an. Ihr Zusammentreffen in Trier stand auch im Zeichen des Bundesverkehrswegeplans.

Nachdem bei der Straßenplanung nicht alles nach Wunsch gelaufen ist, setzen die Verkehrspolitiker aus Mainz und Luxemburg einen Schwerpunkt auf Bahn, Bus und Wasserstraßen. Vor allem der Anschluss der Luxemburger an das französische TGV-Schnellzugnetz im Jahr 2007 eröffnet auch für Trier neue Perspektiven.Nur noch gut zwei Stunden werde man dann von Luxemburg nach Paris unterwegs sein, von dort aus dauere es ganze 75 Minuten bis London, schwärmt der Luxemburger Transportminister Henri Grethen. "Da sollte der Weg von Trier nach Luxemburg keine zwei Stunden in Anspruch nehmen", flachst der Liberale.Gemeinsam mit seinem Mainzer Kollegen und Parteifreund Hans-Artur Bauckhage will er an Bundesverkehrsminister Stolpe appellieren, den im Bundesverkehrswegeplan abgesegneten Ausbau der Bahnstrecke Konz-Wasserbillig samt neuer Eisenbahnbrücke so schnell wie möglich anzugehen. Bauckhages ehrgeiziges Ziel: "Möglichst zeitnah" zum Luxemburger TGV-Anschluss will er die Verbindung fertig stellen. Dann müssten allerdings recht zügig die Bagger rollen, von der Planung nicht zu reden.Auch beim grenzüberschreitenden Busverkehr plant das Minister-Duo Revolutionäres: Luxemburger Busunternehmen sollen ihre Kundschaft auf der deutschen Seite abholen dürfen. So könnte man Park&Ride-Parkplätze auf deutschem Gebiet schaffen, und die Bus-Nutzer kämen ohne Fahrschein-Chaos in den Genuss der günstigen Luxemburger Tarife.Eine Arbeitsgruppe soll die Kooperation vorantreiben, auch ein Reflex auf die Amtsschimmel-Probleme, die den kleinen Grenz-Busverkehr in den letzten Monaten erschwerten. "Die Behörden müssen vernetzt denken", fordert Minister Grethen. Ziel ist es, den Anteil an Busnutzern unter den Pendlern deutlich zu erhöhen. Während in Luxemburg rund 15 Prozent mit dem Bus zur Arbeit fahren, liegt die Quote bei den Grenz-Pendlern unter sechs Prozent. Auch die Kunden des Flughafens sollen verstärkt den ÖPNV nutzen - die Zeiten des Billig-Parkens in Findel, so deutet Grethen an, gehen ohnehin bald zu Ende.In Sachen Flugverkehr macht Kollege Bauckhage noch einmal die Prioritäten des Landes deutlich: "erstens Hahn, zweitens Zweibrücken". Beim Flugplatz Bitburg werde man "seine Verpflichtungen erfüllen" - viel versprechend klingt das nicht. Gemeinsame Freude dagegen über den aufwändigen Ausbau der Mosel-Schleusen: Das sei "ein positives Signal für den Ausbau der umweltfreundlichen Binnenschifffahrt", so Grethen und Bauckhage unisono.In Sachen Moselaufstieg und Nordumgehung Trier plädieren beide Minister für eine Fortsetzung der Planung, trotz der Einstufung im "Weiteren Bedarf" des Bundesverkehrswegeplans. Er habe sich nachhaltig für den Aufstieg eingesetzt, betont Bauckhage, Spekulationen aus Trier über den Zusammenhang mit anderen Projekten seien "lächerlich". Zwar habe es insgesamt 100 Millionen Euro mehr für das Land gegeben, aber die Entscheidung über die Verwendung sei "in Berlin gefallen und nicht in Mainz".Unterdessen bemüht sich die IHK Trier um eine Entspannung der Situation: Man begrüße "ausdrücklich die Kooperationsvereinbarung der Minister", heißt es. Sie greife Ideen der Kammern auf und gebe "einen Impuls für mehr Wirtschaftswachstum in der Region Trier-Luxemburg".