Trierer Bischof glaubt nicht an Rückkehr seines Limburger Amtsbruders

Trierer Bischof glaubt nicht an Rückkehr seines Limburger Amtsbruders

Er darf im Amt bleiben, soll aber eine Auszeit nehmen: Der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz van Elst zieht sich vorläufig von den Amtsgeschäften in seinem Bistum zurück. Sein Trierer Amtskollege Stephan Ackermann glaubt nicht an die Rückkehr des Limburger Kirchenchefs.

Der Vertrauensverlust sei zu groß, sagte Ackermann am Mittwoch im Gespräch mit volksfreund.de. Gleichzeitig begrüßte der Trierer Bischof aber die Entscheidung des Papstes, Tebartz van Elst eine Auszeit außerhalb der Diözese zu gewähren. Das sei wichtig, damit in Limburg etwas Ruhe einkehre, sagte der Trierer Bischof.

Der Vatikan hatte am Mittwochmittag mitgeteilt, dass Tebartz-van Elst zunächst im Amt bleibe. Er werde sich in Absprache mit dem Papst von den Amtsgeschäften in dem Bistum zurückziehen. Während dieser Auszeit werde der Wiesbadener Stadtdekan Wolfgang Rösch die Amtsgeschäfte in Limburg übernehmen. Tebartz-van Elst werden seit Wochen Verschwendung und Verschleierung vorgeworfen.

In der Diözese sei es zu einer Situation gekommen, in der der Bischof seinen Dienst „zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausüben kann“, heißt es in der Mitteilung des Vatikans. Der Papst sei über die Lage in der Diözese „zu jedem Zeitpunkt umfassend und objektiv informiert worden“. Derzeit nimmt eine von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Kommission die Kosten der Limburger Residenz unter die Lupe. Bis Ergebnisse vorlägen, werde Tebartz-van Elst „eine Zeit außerhalb der Diözese“ verbringen.

Der Bischof steht vor allem wegen seiner Amtsführung und der mindestens 31 Millionen Euro teuren Residenz auf dem Limburger Domberg in der Kritik. Außerdem droht dem 53-Jährigen neben einem Strafbefehl wegen einer falschen eidesstattlichen Erklärung um einen Erste-Klasse-Flug nach Indien weiterer Ärger mit der Justiz. Die Staatsanwaltschaft Limburg prüft derzeit, ob sie nach Untreue-Anzeigen gegen den Oberhirten ein Ermittlungsverfahren einleiten wird.

Schon seit langem brodelt es im Bistum Limburg. Bereits im März 2012 warf ein Kreis von Priestern Tebartz-van Elst einen autoritären Führungsstil vor. Im Sommer dieses Jahres reichte es dann auch der Basis: Mehr als 4000 Menschen unterzeichneten einen offenen Brief gegen die Amtsführung des Bischofs. Im Bistum Limburg, das sich auf Teile von Hessen und Rheinland-Pfalz erstreckt, leben etwa 650 000 Katholiken.

Der vorübergehende Stellvertreter des Bischofs in Limburg, Wolfgang Rösch, gilt als Vertrauter von Tebartz-van Elst. Der 54 Jahre alte Theologe war bereits zuvor zum 1. Januar 2014 zum neuen Generalvikar ernannt worden. Ein Generalvikar ist der Vertreter des Diözesanbischofs im Bereich der allgemeinen Verwaltung.