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Trierer Bischof: Keine Tabuthemen bei Debatte über Kurs der Kirche

Trierer Bischof: Keine Tabuthemen bei Debatte über Kurs der Kirche

Das Bistum Trier wird basisdemokratischer: Wohin die katholische Kirche in Deutschlands ältester Diözese steuert, sollen Laien mitentscheiden. Es werde keine Tabuthemen geben, sagt Bischof Stephan Ackermann. Nur sein Weggang könnte die Synode stoppen.

Was derzeit an Vorbereitungen rund um den Trierer Dom abgeht, wird von den Klerikern und Gläubigen in den übrigen 26 Bistümern neugierig bis misstrauisch beäugt. Bischof Stephan Ackermann (50) hat eine Diözesansynode ausgerufen - die erste in Deutschland seit einem Vierteljahrhundert. Eine Synode ist eine Versammlung von Klerikern und Laien, die den Bischof bei festgelegten Themen berät.

Welche Themen in Trier aufs Tapet kommen, ist noch weitgehend offen. Allerdings werde es keine Tabuthemen geben, kündigte Ackermann gestern in Trier an. Auch brisante gesamtkirchliche Fragen wie Frauenpriestertum, Zölibat oder die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen dürften während der auf zwei Jahre angelegten Synode thematisiert werden, bei der auch Kirchenkritiker zu Wort kommen sollen. "Da muss man dann eben mal die Klingen kreuzen", sagt der Bischof.

Trotz aller Basisdemokratie: Ob der Bischof die Ergebnisse und Beschlüsse umsetzt oder in der Schublade verschwinden lässt, ist ganz allein seine Sache. "Eine Synode ist kein Parlament", sagt Synodensekretär Christian Heckmann. Und bei Themen wie Frauenpriestertum oder Zölibat sind Ackermann ohnehin die Hände gebunden, das kann nur in Rom für die gesamte katholische Kirche gelöst werden. Allerdings könnte sich ein Bischof dafür starkmachen; wohl mit ein Grund, warum die deutschen Bischöfe eher verhalten auf die Ausrufung ihres Trierer Kollegen reagiert haben. "Die denken, lass' den Ackermann mal machen", kommentiert er selbst die Reaktionen.

Die erste Vollversammlung der rund 250 Synodalen soll am 13. Dezember sein, die letzte im Frühjahr 2015. Danach sollen die Ergebnisse in Kraft gesetzt werden.

Nur eines kann die Trierer Synode jetzt noch gefährden: der Weggang von Bischof Stephan Ackermann. Der 50-Jährige wird als möglicher Nachfolger des aus Altersgründen aus dem Amt scheidenden Kölner Kardinals Joachim Meisner gehandelt. Käme es dazu, würde die Synode unterbrochen. Nur Ackermanns Nachfolger - und nicht ein Interimsbischof - könnte dann über eine Fortsetzung oder Einstellung entscheiden.

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