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Trierer Bischof macht Kloster Himmerod zur Chefsache (Video)

Trierer Bischof macht Kloster Himmerod zur Chefsache (Video)

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann war am Montag zu Besuch beim TV: Er sprach mit den Redakteuren unter anderem über die Bistumsreform. Ackermann will die Eifeler Abtei Himmerod erhalten, und er liest dem Eifelkreis-Landrat die Leviten.

Der Trierer Bischof will die Zukunft der Zisterzienserabtei Himmerod in der Eifel zur Chefsache machen. Das kündigte Stephan Ackermann am Montag bei einem TV-Redaktionsgespräch in Trier an. So werde er sich etwa persönlich darum kümmern, ob nicht eine andere Ordensgemeinschaft in das Jahrhunderte alte Kloster einziehen wolle. Das werde aber nicht einfach, sagte der 54-Jährige unter Verweis auf die bundesweit zurückgehende Zahl an Ordensgemeinschaften.

Am Samstag war offiziell bekannt geworden, dass der Himmeroder Konvent aufgelöst ist. Hauptgrund: der seit Jahren andauernde personelle Aderlass. Derzeit leben nur noch fünf Patres in dem riesigen Komplex."Wir können das Erbe
ja nicht ausschlagen.
Dafür ist Himmerod
viel zu wichtig."
Bischof Stephan Ackermann
über die Zukunft der Eifeler Abtei

Nach der Auflösung der Ordensgemeinschaft gehen Immobilien und Grundstücke an das Bistum über. Der Abtpräses der sogenannten Mehrerauer Kongregation, zu der auch Himmerod gehört, wird nach Angaben des Bischofs zu einem Gespräch in Trier erwartet. Dabei soll auch über Details der Übergabe gesprochen werden. "Das wird ein Riesenprojekt", meinte Stephan Ackermann mit Blick auf die bevorstehende Erbschaft.

Konkrete Pläne, wie es mit Himmerod weitergehen soll, hat das Bistum noch nicht. Allerdings werde man keinen Investor für die traditionsreiche Zisterzienserabtei suchen, kündigte Ackermann an, "und wir planen auch keine Veräußerung".

Himmerod müsse ein geistlicher Ort bleiben, sagte der Trierer Bischof, der demnächst selbst in die Eifeler Abtei fahren und vor Ort auch mit den Beschäftigten der Klosterbetriebe und Mitgliedern des Fördervereins sprechen will. Bei seinem anderthalbstündigen Gespräch in der Volksfreund-Redaktionskonferenz verteidigte Ackermann die bevorstehende Strukturreform in Deutschlands ältestem Bistum. Die derzeit noch 887 Pfarreien sollen zu 35 Großpfarreien zusammengefasst werden. Auch die Vermögen der einzelnen Pfarreien gehen nach den vorliegenden Plänen auf die XXL-Pfarreien über. Dagegen hatte es vor allem in Teilen der Eifel massive Kritik gegeben. So hatte zuletzt auch der Bitburg-Prümer Joachim Streit in einem offenen Brief Stephan Ackermann vorgeworfen, die Kirche gebe mit der Reform ihr Wirken auf dem Land auf. "Die Kirche gebiert Wutbürger rund um den eigenen Kirchturm, die Gläubigen werden sich abwenden", so Eifelkreis-Landrat Streit wörtlich.

Der Trierer Bischof wies die Kritik am Montag zurück. Ihn irritiere der Stil Streits, der vor einer Veröffentlichung "ja die Antwort hätte abwarten können", sagte Stephan Ackermann. Zudem entwerfe der Bitburg-Prümer Landrat in seinem Brief ein "pastrorales Horrorszenario", das nicht durch die Inhalte des Synodendokuments gedeckt sei. Die Synode, ein vom Trierer Bischof eingesetztes 280-köpfiges Beratergremium, hatte im vergangenen Jahr ein umfassendes Reformpaket auf den Weg gebracht. Dazu zählt auch der Neu-Zuschnitt der Pfarreien-Landschaft. "Der Bischof hat sich das nicht ausgedacht, das ist Ergebnis der Synode", rechtfertigte Stephan Ackermann die bevorstehende Strukturreform. Er schloss allerdings nicht aus, dass es gegenüber der ursprünglichen Planung noch Änderungen geben werde.

Dies hatte erst vor drei Tagen auch der für die Neugliederung zuständige Hermeskeiler Dechant Clemens Grünebach bereits angedeutet.Mehr zum Thema

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