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Trierer Experte legt Vorstandsamt nieder

Trierer Experte legt Vorstandsamt nieder

Der ehemalige Trierer Verkehrswissenschaftler Heiner Monheim wirft seinen Vorstandsposten bei dem Fahrgastverband Pro Bahn hin. Hintergrund ist ein von der Bahn mitfinanziertes Projekt des Ehrenvorsitzenden des Verbandes.

Trier/Bonn. Heiner Monheim ist sauer. Der 66-jährige Verkehrsexperte, der bis 2011 Geografie-Professor an der Uni Trier war, hat am Wochenende seinen Vorstandsposten in dem Verband Pro Bahn niedergelegt. Hintergrund: Der ehemalige Bundes- und jetzige Ehrenvorsitzende, Karl-Peter Naumann, will angeblich das Projekt "Sicherheit im Bahnverkehr" betreuen. Es soll von der als bahnnah geltenden Eisenbahn-Verkehrsgewerkschaft und dem Arbeitgeberverband Move, der überwiegend von Bahn-Vorständen geleitet wird, mitfinanziert werden. Das habe ein Geschmäckle, sagte Monheim auf Anfrage unserer Zeitung. Die Unabhängigkeit des Verbandes, der sich für die Rechte von Bahnfahrern einsetzt, stehe auf dem Spiel. "Das mache ich nicht mit", so Monheim. Es ist wohl nicht das erste Mal, dass er mit Naumann aneinandergeraten ist. Im vorigen Jahr wollte der damalige Pro-Bahn-Chef bereits als externer Berater für die Bahn tätig werden. Das scheitetere jedoch nicht zuletzt wegen der Kritik an dem Wechsel zu dem Unternehmen, das der Verband kritisch begleitet. Mit solchen Projekten mache sich Pro Bahn angreifbar, sagt Monheim, der Mitbegründer des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) ist. Er befürchtet, dass es zu einer Spaltung des Verbandes kommt. Der Verband sieht diese Bedrohung nicht. Das umstrittene Projekt soll weiter vorbereitet und beim Verbandstag im März diskutiert werden.