Trierer Professor erhält bedeutenden Wissenschaftspreis

Trier/Bonn (dpa/lrs) · Der Trierer Historiker Lutz Raphael ist Leibniz-Preisträger 2013. Er wird mit dem bedeutendsten deutschen Wissenschaftspreis ausgezeichnet, der mit 2,5 Millionen Euro dotiert ist.

 Lutz Raphael.

Lutz Raphael.

Foto: Universität Trier

"Für Historiker ist der Leibniz-Preis das Schönste und Beste, was man erreichen kann", sagt Lutz Raphael. Der Professor für Neuere und Neuste Geschichte lehrt seit 1996 an der Universität in Trier. Neben zehn weiteren Preisträgern wurde der 57-Jährige von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet. Raphael kann das Preisgeld von 2,5 Millionen Euro gezielt für seine wissenschaftliche Arbeit einsetzen.

"Die finanzielle Zuwendung eröffnet einen großen Gestaltungsspielraum, aber die symbolische Seite dieser Auszeichnung ist für mich die bedeutendere", sagt Raphael. "Ich bin seit 1996 aus Überzeugung in Trier. Dieser Preis demonstriert, dass wir an der Uni Trier in der Lage sind, exzellente Forschung zu leisten."

Unipräsident Professor Michael Jäckel würdigt seinen Kollegen als einen der innovativsten Zeithistoriker der Bundesrepublik. Jäckel: "Mit Lutz Raphael ehrt die Deutsche Forschungsgemeinschaft einen sehr engagierten Hochschullehrer und Forscher, einen Impulsgeber und Förderer der Geschichtswissenschaft." Und: "Seine Ideen und Forschungen haben Generationen von Studierenden und Nachwuchswissenschaftlern inspiriert. Und sie werden dies weiter tun."

Raphael selbst hat in Münster und Paris studiert. Nach seiner Promotion arbeitete er als Assistent in Darmstadt. Er war mehrmals als Gastprofessor in Paris. Raphael engagiert sich unter anderem als Mitglied im Wissenschaftsrat sowie in zahlreichen Kommissionen. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die Sozialgeschichte des ländlichen Raums im 20. Jahrhundert.

Übergeben wird der Preis an die elf Gewinner, die von einem Nominierungsausschuss aus 135 Vorschlägen ausgewählt wurden, im März 2013 in Berlin. Der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis wird seit 1986 jährlich von der Deutschen Forschungsgesellschaft verliehen.