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Trierer Sanierer Thomas Schmidt: Nürburgring wird nicht verscherbelt

Trierer Sanierer Thomas Schmidt: Nürburgring wird nicht verscherbelt

In der entscheidenden Phase des Nürburgring-Verkaufs stemmen sich Motorsportfans dagegen und treten morgen zum Protestmarsch an. Insolvenzverwalter Thomas Schmidt sagt: „Am Verkauf führt kein Weg vorbei.“

Mike Frison war früher Motorrad-Hobbyrennfahrer. Vor drei Jahren hat der gebürtige Mayener die Bewegung "Rettet den Ring" initiiert, die im Internet über die Eifel-Rennstrecke informiert und fast 90?000 Anhänger bei sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter hat.

Ihr Ziel: "Der Nürburgring ist ein einzigartiges Kulturdenkmal. Er darf nicht ausgeschlachtet und verscherbelt werden", sagt Frison. Der 48-Jährige und seine Mitstreiter fühlen sich "oft als Bürger ohnmächtig", wollen aber nicht aufgeben. Sie fordern, den Nürburgring in öffentlicher Trägerschaft zu belassen. Rund 2000 Demonstranten haben sich für einen Protestzug am Samstag an der Nordschleife angesagt.

Ring-Sanierer Thomas B. Schmidt aus Trier verweist darauf, dass sich der Nürburgring im Insolvenzverfahren befinde. "Von verscherbeln kann keine Rede sein. Nur der Verkauf der Vermögenswerte sichert den Erhalt", betont er im Interview mit dem Volksfreund. Grund für den zwingenden Verkauf sei das Beihilfeverfahren der EU-Kommission, das die Wettbewerbsverzerrung durch möglicherweise unerlaubte staatliche Subventionen beseitigen wolle. Beim Verkauf des Rings sei der Marktpreis entscheidend, nicht struktur- und regionalpolitische Erwägungen.
Schmidt macht zu Kaufinteressenten keine Angaben, versichert jedoch, in allen Angeboten komme der feste Wille zum Erhalt des Rings zum Ausduck. Die Investoren wollten diesen durch Folgeinvestitionen, Zusatzgeschäfte oder neue Konzepte strategisch langfristig weiterentwickeln.

Für Irritationen hat zwischenzeitlich gesorgt, dass im Investorenprozess ein offenbar fragwürdiges Unternehmen aus Fernost Zugang zum virtuellen Datenraum mit den Ring-Geschäftszahlen erhielt, der ADAC jedoch nicht. Der Insolvenzverwalter sagt dazu, dass ADAC-Angebot sei "geparkt" worden, weil das Gebot, ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag, zu niedrig gewesen sei. Es könne eventuell später zum Zuge kommen, wenn der Kaufpreis erhöht werde.