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Trierer Uni besiegelt das Aus für Langzeitstudenten

Trierer Uni besiegelt das Aus für Langzeitstudenten

20 Semester bis zum Abschluss eines Studiums? Das wird an der Uni Trier bald Vergangenheit sein. Bis Ende des Sommersemesters 2016 müssen alte Studiengänge abgeschlossen sein – ausgenommen sind Härtefälle. Und im rheinland-pfälzischen Landtag ist die Diskussion um Studiengebühren wieder entfacht.

Der älteste Student an der Uni Trier studiert im 76. Semester, rund 300 Studierende sind länger als 20 Semester eingeschrieben. Jetzt müssen sich alle, die mit Diplom, Magister und dem "alten" Staatsexamen für das Lehramt abschließen wollen, beeilen. "Geplant ist, dass Prüfungen bis zum Ende des Sommersemesters 2016 abgeschlossen sein müssen", sagt Peter Kuntz, Sprecher der Uni Trier. Anerkannte Härtefälle hätten noch zwei Jahre länger Zeit. Aber im Sommer 2018 sei endgültig Schluss.

Mit einem Bachelor erreichen Studierende nach sechs bis acht Semestern einen Abschluss, der den Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglicht. Nur wer sein Fachwissen noch ausbauen will, hängt einen Master an. Die Umstellung auf das Bachelor-Master-System in Deutschland hatte an der Uni Trier 2007 begonnen. "Wie lange noch Diplom- und Magisterprüfungen in Studiengängen abgenommen werden, die mittlerweile auf Bachelor und Master umgestellt sind, entscheiden die einzelnen Hochschulen", sagt Wolf Karle, Sprecher des Mainzer Bildungsministeriums. Sie hätten ja auch die Einführungstermine des neuen Systems festgelegt.

Mit den auslaufenden Studiengängen wird auch das Credo "Studieren braucht Zeit" aussterben. Das straffere Bachelor-Master-System sieht einen möglichst zügigen Abschluss des Studiums vor. Und geht es nach der rheinland-pfälzischen CDU-Landtagsfraktion, dann sollen wieder Studiengebühren für Langzeitstudierende eingeführt werden. Unter dem Gerechtigkeitsaspekt ist es laut CDU-Bildungsreferent Gereon Geissler nicht nachvollziehbar, dass ein Langzeitstudium kostenfrei sei, angehende Meister aber ihre Bildungsgänge aus eigener Tasche zahlen müssten.

Die rot-grüne Landesregierung hatte mit Beginn des Sommersemesters 2012 die Studiengebühren für Langzeitstudierende abgeschafft. Karle: "Es gibt keinerlei Überlegungen, dies rückgängig zu machen."

Auslaufmodelle: Diplom, Magister und Langzeitstudenten