Triumph und Ernüchterung

Ihr Trierer Parteitag wird den rheinland-pfälzischen Genossen noch lange in Erinnerung bleiben. So viel Grund zur Selbstzufriedenheit und zum Jubeln wird die Landes-SPD auf lange Zeit nicht mehr haben.

Die Partei und ihr Chef Kurt Beck, dem die SPD diesen Erfolg in weiten Teilen zu verdanken hat, sind auf dem Gipfel angelangt. Der Weg dorthin war lang und steinig. Nur allzu verständlich, dass die in Rheinland-Pfalz früher von den Schwarzen nur mitleidig belächelten Roten diesen Triumph nun auskosten. Aber der politische Alltag wird die Genossen rascher einholen, als ihnen lieb ist: CDU und FDP werden den in Mainz jetzt alleine regierenden Sozialdemokraten kräftig einheizen. Gleichzeitig wird deren Vordermann Kurt Beck künftig auch als SPD-Bundesvorsitzender in Berlin verstärkt gefragt sein. Selbst wenn dort die große Koalition noch drei Jahre hält, muss sich die rheinland-pfälzische SPD schon jetzt auf die Zeit nach Beck einstellen. Der Ausnahmepolitiker wird nicht noch einmal als Landesvorsitzender kandidieren. Und eine ähnlich charismatische Persönlichkeit ist nicht in Sicht. Ernüchternde Aussichten in der Stunde des Triumphes. r.seydewitz@volksfreund.de