Trotz hoher Kaufprämie fahren erst 236 Elektroautos in der Region

Trier · Der Bundesrat fordert, ab 2030 nur noch emissionsfreie Autos neu zuzulassen. Schon jetzt bekommen Käufer hohe Zuschüsse. Dennoch scheint das Ziel in weiter Ferne: Nur zögerlich greifen die Verbraucher zu.

Gerade einmal 5000 Deutsche haben sich für ein sauberes Auto entschieden, seit Staat und Hersteller eine Kaufprämie zahlen. 3665 wählten ein reines E-Auto. Nach Recherchen der Rheinischen Post wurde von den bereitstehenden 600 Millionen Euro Fördergeld erst ein einstelliger Millionenbetrag abgerufen. Seit Juli wird der Kauf von E-Autos mit 4000 Euro, der von Hybridfahrzeugen mit 3000 Euro gefördert. Auch in der Region Trier läuft das Geschäft mit den "Stromern" zögerlich. So sind in Trier und dem Kreis Trier-Saarburg insgesamt erst 113 Elektro- und 403 Hybridwagen angemeldet. Dünn sieht es auch in den Kreisen Bernkastel-Wittlich (53/141), Vulkaneifel (34/87) oder Bitburg-Prüm (36/234) aus. Zusammen sind das lediglich 236 reine E-Autos und 865 Hybride.

Den Hauptgrund dafür sieht die Verbraucherzentrale darin, dass E-Autos immer noch sehr teuer sind: "30.000 Euro für einen Kleinwagen ist dem Normalbürger zu viel", sagt Verkehrsreferent Gregor Kolbe. Hinzu kämen die begrenzte Reichweite und die Angst, liegenzubleiben. Zudem gebe es zu wenig Ladestationen, sagt Kolbe. Auch die niedrigen Spritpreise in Luxemburg könnten in der Region eine Rolle spielen.

Insgesamt sind bundesweit erst 25.000 Elektroautos registriert. Das Ziel, ihre Zahl bis 2020 auf eine halbe Million zu steigern, ist weit entfernt.

Die EU will, dass sich ihre Staaten schneller in eine abgasfreie Zukunft bewegen: Einem Bericht des Spiegels zufolge soll ab 2023 schon beim Hausbau an Elektroautos gedacht werden. Kleinere Gebäude müssen so vorverkabelt werden, dass dort eine Ladesäule installiert werden kann. "Das machen wir bei Neubauten heute schon", sagt Mario Reduch, begeisterter Elektro-Fahrer und Chef einer Konzer Elektrofirma. Die Kosten dafür lägen bei rund 500 Euro pro Haus. Bei großen Gebäuden soll einer von zehn Parkplätzen eine feste Ladestation erhalten, die bis zu 75.000 Euro kosten kann.

Während die Immobilienbranche protestiert, hält Reduch das für zu wenig. Er glaubt, dass es mit Dieseln und Benzinern bald genau so vorbei sein wird, wie mit der Glühbirne.

So viele Menschen in der Region besitzen E-Autos.