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Trotz Millionenförderung: Schnelles Internet nur in Teilen der Region - Lage in der Eifel am schlimmsten

Trotz Millionenförderung: Schnelles Internet nur in Teilen der Region - Lage in der Eifel am schlimmsten

Schnelles Internet ist in vielen Orten in der Region eine Illusion. Einige Gemeinden sind noch nicht einmal mit der für normales Surfen notwendigen Mindestgeschwindigkeit versorgt. Das will Ministerpräsidentin Malu Dreyer schnellstens ändern.

Wer ruckelfrei Fernsehen per Internet schauen will, der braucht schnelles Internet. Richtig schnelles Internet. Übertragungsraten von 16.Megabit pro Sekunde (die Maßeinheit gibt an, welche Datenmenge pro Sekunde übertragen werden kann) sind für Internetfernsehen mindestens notwendig. Doch davon können die meisten Bewohner der Region derzeit nur träumen, wie eine Umfrage unserer Zeitung ergeben hat.In Bernkastel-Wittlich zum Beispiel verfügen 54 Prozent der Haushalte über eine solche Bandbreite, in Bitburg-Prüm 39 und im Kreis Trier-Saarburg 57 Prozent. In Trier-Saarburg gilt sogar ein Viertel der 104 Orte als mit schnellem Internet unterversorgt, das heißt, dort gibt es noch nicht einmal die mindestens erforderliche Übertragungsgeschwindigkeit von zwei Megabit pro Sekunde, die für normales Surfen notwendig ist.

Daher klingt das von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ausgegebene Ziel, im kompletten Land bis 2018 flächendeckend Übertragungsraten von 50 Megabit pro Sekunde zu haben, sehr ehrgeizig. In Bernkastel-Wittlich können derzeit gerade mal zehn Prozent der Haushalte so schnell surfen, in Bitburg-Prüm 16.

Dreyer zeigt sich selbstkritisch: Trotz aller Bemühungen (um schnelles Internet) "sind wir noch nicht gut genug", sagt sie im Volksfreund-Interview. Dreyer will sich beim Bund für mehr Geld einsetzen und auch selbst mehr Mittel im Landeshaushalt freimachen.

Der Bund selbst hat sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten vier Jahren alle Haushalte in Deutschland mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde zu versorgen. Laut einer Studie des Tüv Rheinland wäre dafür eine Investition von 20 Milliarden Euro notwendig. Rheinland-Pfalz hat laut Dreyer seit 2011 rund 21 Millionen Euro an Fördermitteln bewilligt, mit denen Kommunen zusammen mit Unternehmen, den Internetausbau vorantreiben können. So fließen 7,7 Millionen Euro Fördermittel in den Eifelkreis Bitburg-Prüm. Dort plant unter anderem der luxemburgische Satellitenbetreiber SES, 36 Gemeinden über Satellit mit schnellen Internetanschlüssen zu versorgen. Die CDU-Opposition im Land kritisiert seit längerem den zu langsamen Ausbau mit schnellen Internetverbindungen. Mehr zum Thema

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